Nicht erst seit 1989 hat Franken enge Beziehungen zu Irland. Auf einer Reise nach Mullagh und Cavan, der Heimat des Frankenapostels Kilian, hatten 120 Unterfranken entdeckt, daß es seit über 1300 Jahren, eine geradezu geistige und geistliche Verbindung zwischen der „Grünen Insel“ und Franken gibt. Inzwischen sind daraus Freundschaften zwischen Waldaschaff (Lkr. Aschaffenburg) im Bezirk Clonakilty (County Cork), Würzburg zu Bray im County Wicklow und schließlich Kürnach (Lkr. Würzburg) mit Mullagh und Cavan entstanden. Freundschaften, wovon wir in Europa noch viel mehr bräuchten. Teil 1
„Aras Chillian“ ist der Name des St. Kilian’s Heritage Centre in Mullagh in gälischer Sprache, eingeweiht am 7. Mai 1995 von der damaligen Staatspräsidentin Mary Robinson. Das Kilianszentrum ist sichtbarer Ausdruck für über 1300 Jahre Beziehungen zwischen Franken und Irland. Die meisten Objekte für das St. Kilian’s Heritage Centre in Mullagh kamen aus dem Bistum Würzburg, darunter auch die Nachbildung des Kiliansreliefs aus dem Kreuzgang von Neumünster in Würzburg, die vor dem Zentrum steht. Foto: Matthias Fleckenstein Diesen europäischen Gedanken schon früh gedacht und in [...]
Ausgabe Oktober / November 2023 | Denkmalpflege
In Allersheim erinnert nur noch der Friedhof an die einst bis zu rund 100 Mitglieder zählende jüdische Gemeinde. Nach drei Jahren Bauzeit ist es so weit: Die ehemalige Synagoge aus Allersheim im Landkreis Würzburg öffnet am 15. Oktober im Fränkischen Freilandmuseum des Bezirks Mittelfranken in Bad Windsheim ihre Türen für Besucherinnen und Besucher. Sie ist die bislang einzige Synagoge in einem süddeutschen Freilichtmuseum. Das Ruhegebot am wöchentlichen Ruhetag Schabbat schließt bestimmte Handlungen aus, dazu gehörte auch das Betätigen des Lichtschalters. Abhilfe schufen Schabbat-Lampen, die dank [...]
Ausgabe September / Oktober 2020 | Denkmalpflege
Breitenlohe kennt man nicht unbedingt. Das Steigerwalddorf mit nicht einmal 200 Einwohnern nicht und das Schloß mit seinen vier Ecktürmen auch nicht. Es ist eines der vielen fränkischen Kleinode, unspektakulär geführt, irgendwie verwunschen, authentisch, „ehrlich“ und etwas lidschäftig, Zeitzeuge seit dem 14. Jahrhundert.
Es ist ein Wohnhaus“, sagt Gisela Friedrich zur Orientierung. Damit ist die Privatheit erklärt, die Tatsache, daß es wenig bekannt ist. Gleichzeitig ist Schloß Breitenlohe ein Denkmal, ein in Stein überlieferter Repräsentant der Geschichte. Diese reicht zurück bis zur spätmittelalterlichen Wallburg, einem Hohenloheschen Besitz. Nach den Zerstörungen des Bauernkrieges war Breitenlohe – damals Besitz der Edlen von Vestenberg – als Wasserschloß neu erstanden, dreiflügelig zunächst. Aus dieser Zeit und derer von Münster zu Lisberg datieren die Ritz-Zeichungen in einem Turmverließ. Mit den dort verewigten Jahreszahlen [...]
Ausgabe Juli / August 2010 | Adel
Ein Park, den es zu entdecken gilt. Komm‘ in den totgesagten Park und schau ...“ Wer sich in den letzten Jahren auf den Weg durch den Schloßpark Schwanberg gemacht hat, dem mag Stefan Georges Gedicht in den Sinn gekommen sein. Verwildert, verwunschen, in weiten Teilen sich selbst überlassen, so präsentierte sich der Park über viele Jahrzehnte hinweg. Nur wenige wissen, daß auf der Hochfläche ein wichtiges Zeugnis der Gartenkunst schlummert. Dieses zu bewahren und für die nächsten Generationen wieder erlebbar zu machen, hat sich das [...]