Schlagwort: Nürnberg

Ausgabe März / April 2026 | Kultur

Heimat für die Ohren

Zum 9. Mal fand im Nürnberger KunstKulturQuartier das Heimatfilmfestival statt. Das Motto: „Musik im Film. Heimat hören.“

Dr. Rudolf Neumaier, Geschäftsführer des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege e. V. und Hannes Ringlstetter (am Abschlussabend) Die Besucher des Festivals waren eingeladen, in einer beeindruckenden Vielfalt von Spiel- und Dokumentarfilmen Heimat nicht nur mit den Augen, sondern auch mit den Ohren zu entdecken. Denn ein Film ohne Musik ist kaum denkbar. Oft nicht bewusst wahrgenommen, schafft Filmmusik Atmosphäre, lenkt Emotionen, begleitet leitmotivisch Szenen oder Charaktere, kann Wahrnehmungen steuern … Musik, gleich welcher Art, ist beileibe nicht nur Beiwerk, sondern oft auch zentrales erzählerisches Element, ja [...]
Ausgabe März / April 2026 | Geschichte(n)

Wenn Tote erzählen

Es ist schon faszinierend, wenn Menschen, die Hunderte von Jahren vor uns gelebt haben, ihre Identität preisgeben. Wer schon einmal in das Antlitz der Hildegard von Egisheim, wohl Urgroßmutter des Staufers Friedrich Barbarossa, blicken konnte, wird von dessen ­Lebendigkeit beeindruckt sein. Eine Frau, die vor fast 1000 Jahren gestorben ist, zeigt uns ihr Gesicht. Erhalten hatte sich das durch eine Kalkschicht, mit der man die durch eine Seuche Hingeraffte ­abgedeckt hatte. Einen Blick in eine Zeit, die rund vierhundert Jahre zurückliegt, gewähren uns die Nürnberger „Pestleichen“.

Was für ein Glücksfall für die Forschung, als man im Herbst 2023 bei Aushubarbeiten für den Bau eines neuen Seniorenzentrums im Nürnberger Ortsteil St. Johannis auf rund 3000 Skelette stieß! Die C-14-Analyse (Altersbestimmung durch die Zerfallsrate des radioaktiven Kohlenstoffs) und schriftliche Quellen ließen eine eindeutige Datierung der sterblichen Überreste zu: Dieses große Sterben hatte in den Jahren 1632 bis 1634 stattgefunden. Nun sind die eigentlichen Grabungsarbeiten bereits seit einem Jahr abgeschlossen. Es war ganz sicher für die Archäologen eine mühsame Arbeit, dreitausend Skelette zu bergen. [...]
Ausgabe Januar / Februar 2026 | Politik & Gesellschaft

Schaut auf das, was Euch verbindet!

Marcus König, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg

„Schaut nicht auf das, was Euch trennt. Schaut auf das, was Euch verbindet!“ Diese beiden Sätze von Margot Friedländer sind für mich die zentrale Botschaft dieser Zeit. Aus den Worten der 103-Jährigen spricht viel Weisheit. Wir erleben derzeit – massiv verstärkt durch die digitalen Medien – so viel Trennendes, so viel Hass und Hetze, so viel Empört- und Aufgeregtheit. „Seid Mensch, seid vernünftig“, appellierte die im Mai 2025 verstorbene Holocaust-Überlebende Friedländer an ihre Mitbürger. Wo bleibt die Menschlichkeit, wo die Vernunft im Umgang miteinander? Warum [...]
Ausgabe Januar / Februar 2026 | Blende 8

Im Dunkeln

Im Dunkeln Blende8 - Im Dunkeln

Während im übrigen Franken Mensch und Tier den Wechsel­fällen des Wetters, also Regen, Sonne, Sturm und Wind, Nebel, dem Kalt und dem Warm, so sie nicht gerade ein Dach über dem Kopf haben, ausgesetzt sind, können sich die Einwohner der fränkischen Hauptstadt, die selbsternannten Nämberscher oder Nämbercher (ein sogenannter ostfränkischer Dialekt, für den im übrigen Franken von einigen Zeitgenossen nur schwer Verständnis aufgebracht werden kann) in den heimeligen, trockenen Untergrund zurückziehen. Die Nürnberger U-Bahn ist ein Fortbewegungsmittel, daß sogar schon – soweit wir wissen – […]

Ausgabe Januar / Februar 2026 | Geschichte(n)

Nürnberg und die Fastnacht

„Nemberch Ahaaa!“ - Na ja! Der Schlachtruf der Nürnberger zur Faschingszeit nimmt sich etwas kläglich aus gegen das Helau und Alaaf am Rhein. Der Nembercher mag es halt nicht so – das bunte Faschingstreiben und bezeichnet sich gern mal als Faschingsmuffel. Aber stimmt das?

Zur Ausstellungseröffnung im Germanischen Nationalmuseum Ablaßkrämer – er verkaufte im Mittelalter und der frühen Neuzeit Ablaßbriefe, die Sündenerlass versprachen. Abb: Germanisches Nationalmuseum Von wegen! Schaut man auf das späte Mittelalter, dann wird man erstaunt feststellen, daß gerade die Norisstadt hier ihresgleichen suchen mußte. Da sollten die Kölner mit ihrem „Zoch“ am Rosenmontag eigentlich vor Neid erblassen, ist der doch gerade mal schlappe 200 Jahre alt. Für Nürnberg hingegen ist das ausgelassene Treiben bereits seit 1449 urkundlich belegt. Hier, in der fränkischen Hochburg der Narren, steppte [...]
Ausgabe November / Dezember 2025 | Wirtschaft

Weltberühmte Back-Tradition seit 1927

Wohl jeder echte Lebkuchen-Fan kennt das charakteristische rote Herz mit der Burg-Silhouette: Lebkuchen-Schmidt ist der wohl bekannteste Hersteller der weltberühmten Nürnberger Spezialität und anderer feiner Backwaren. Das Traditionsunternehmen verschickt seine unverwechselbaren Pakete bereits seit 1927 von Nürnberg aus in alle Welt – und ist, was vielleicht weniger Menschen wissen, in der Region überaus vielseitig engagiert.

Lebkuchen-Schmidt wurde 1927 gegründet. Seit den 1960er-Jahren wird am Standort in Nürnberg-Langwasser produziert. Fotos: Lebkuchen-Schmidt Am Anfang stand eine so einfache wie geniale Geschäftsidee: Eine Waggonladung Lebkuchen, die er unerwarteterweise von seinem Bruder erhalten hatte, konfektionierte der Nürnberger Kaufmann Emil Otto Schmidt in abgepackte Sortimente. Die inserierte er wiederum in der Lokalzeitung und schickte die praktischen Pakete den Kunden direkt nach Hause. Das Konzept ging auf, und eines der ersten deutschen Versandhäuser war geboren – noch bevor Unternehmen wie Quelle oder Otto auf den Plan [...]
Ausgabe November / Dezember 2025 | Blende 8

Schwindelfrei

Schwindelfrei Blende8 - Schwindelfrei

Der Nürnberger Weihnachtsmarkt ist sicher einer der ältesten der Welt. Und als Christkindlesmarkt – so wird er schon im 17. Jh. genannt – wohl auch der berühmteste. Tatsächlich verfügt das Germanische Nationalmuseum sogar über eine beschriftete Schachtel mit Seidensträngen aus dem Jahr 1628, die als ältester Nachweis der Existenz des Nürnberger Christkindlesmarktes gilt. Ob das Christkind schon damals leibhaftig anwesend war? 1933 war jedenfalls ein Christkind dabei, wenn auch von einer Schauspielerin dargestellt. Erst ab 1969 ist das Christkind immer für zwei Jahre ziemlich echt. […]

Ausgabe September / Oktober 2025 | Wissenschaft

Nürnberg bringt Bayern zum Funkeln

Das Nicolaus-Copernicus-Planetarium hat als mittlerweile einziges Großplanetarium im Freistaat die Wirren der Geschichte überlebt. Das Sternentheater am Nürnberger Plärrer wird im Herbst zum Schauplatz von kosmischen Begegnungen.

Foto: Uwe Mühlhäußer Nürnberg – Berge, Seen und Sterne: Bayern ist fast überall spitze. Nur wenn es um Planetarien geht, steht der Freistaat fast blank dar. Ausgerechnet Nürnberg holt für das hightechverliebte Bundesland die astrophysikalischen Kohlen aus dem Feuer. Das Nicolaus-Copernicus-Sternentheater am Plärrer ist das einzige, noch bestehende Großplanetarium zwischen Aschaffenburg und Berchtesgaden. „Das Nicolaus-Copernicus-Planetarium ist eines von neun Großplanetarien in Deutschland und das einzige Großplanetarium in Bayern“, freut sich mit Katharina Leiter die Chefin des Sternentheaters am Plärrer in Nürnberg. Dabei ist es eigentlich [...]
Ausgabe September / Oktober 2025 | Kultur

Vom Unort zum Kulturraum

Das Nürnberger Opernhaus muss saniert und erweitert werden. Die Wahl der NS-Hinterlassenschaft Kongresshalle am ­Dutzendteich als Ausweichort ist durchaus brisant.

Blick in die Zukunft: Im Innenhof der Kongresshalle entsteht derzeit der Theaterbau mit Bühne und Zuschauerraum der Spiel­stätte des Staatstheaters Nürnberg. Foto: Georg Reisch GmbH & Co. KG „Mauern tragen keine Schuld!“ Ob man diesen Satz des ehemaligen Direktors des Münchner Hauses der Kunst Christoph Vitali mit Blick auf die NS-Architektur so stehen lassen kann? Denn selbst Hitler nannte seine Bauten „Worte aus Stein“. Mauern haben also durchaus etwas zu sagen, zu bedeuten. Manche jener Monumentalbauten, die im Dienste der NS-Propaganda und Machtdemonstration vor allem [...]
Ausgabe Juli / August 2025 | Geschichte(n)

Turbo der Metropolregion Nürnberg

Innerhalb der letzten 70 Jahre seit seiner Eröffnung hat sich der Airport Nürnberg von einem bescheidenen Start- und Landeplatz im Nürnberger Knoblauchsland zum pulsierenden Knotenpunkt von europäischem Rang mit jährlich rund 4 Millionen Passagieren und über 60 Nonstop-Zielen entwickelt. Bei allem Fortschritt und Wachstum blieben die vielgelobte Übersichtlichkeit mit kurzen Wegen, die hohe Servicequalität und der fränkische Charme erhalten. Getreu dem Slogan: Entspannt abheben.

Legendäre Airline: PanAm verband Nürnberg mit Berlin, hier ein Motiv aus den 1960er Jahren. Nach mehreren Umzügen entstand zunächst der Flughafen Marienberg, der zwischen 1939 und 1943 angeflogen wurde, dann aber durch Bombenangriffe völlig zerstört wurde. Nach weiteren Provisorien war es am 6. April 1955 endlich soweit: Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm weihte den deutschlandweit ersten, nach dem Krieg auf neuem Gelände erbauten Verkehrsflughafen ein – entstanden zwischen Äckern des Knoblauchslandes. Bewundernd berichtete die Presse im Oktober 1958 über die Sensation, dass „erstmals ein richtiges Düsenflugzeug, eine [...]

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Franken-Magazin - Ausgabe 07-08-2025

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