Editorial von Wolf-Dietrich Weissbach | Ausgabe Juli / August 2021

Liebe Leserin, lieber Leser,

Über die Zukunft unserer Welt wird gegenwärtig viel nachgedacht. Natürlich bei uns auch wegen der drohenden Wahl, aber wohl vor allem, weil wir allen Grund dazu haben. Angesichts von Umweltkatastrophen, Pandemien und der zumindest nicht mehr gänzlich unwahrscheinlichen Möglichkeit des Aussterbens der Menschheit, kommen die einen zu der Erkenntnis, daß die Welt zunehmend undenkbar geworden sei und deshalb neue Weltbetrachtungen nötig seien; andere, viele sehen einfach nur rabenschwarz. Aber es gibt auch gestandene Utopisten, wie etwa den Arzt, Moderator und Entertainer Eckart von Hirschhausen, der jüngst ein zumindest informatives und unterhaltsames, wenn auch nicht rundum überzeugendes Werk „Mensch, Erde! Wir könnten es so schön haben“ vorgelegt hat. Und es gibt die, die auf Grundlage der Einsicht, daß der Nationalstaat permanent bei allen großen Themen wie Klimaschutz, Bildung, Mobilität, Integration von Flüchtlingen, Gesundheit, Kampf gegen Populismus und dergleichen scheitert, einfach ganz pragmatisch ans Werk gehen.

So erstaunlich es sich im ersten Moment anhört: Es sind die Bürgermeister. 2016 tagte erstmals das Global Parliament of Mayors (Weltparlament der Bürgermeister), an dem bereits Repräsentanten von 200 Millionen Menschen teilnahmen. Maßgeblich dafür war der 2017 verstorbene amerikanische Professor für Zivilgesellschaft Benjamin R. Barber mit seinem Buch „If Mayors Ruled the World“ (Wenn Bürgermeister die Welt regierten). Barber behauptete, daß die Nationalstaaten die Probleme einer globalisieren Welt schlicht schon deshalb nicht lösen könnten, weil sie sich durch ihre Grenzen definierten, die globalen Probleme aber keine Grenzen kennen. Städte sind motivierter, globale Probleme zu lösen, weil sie schneller deren Opfer werden können. Ohne falsche Bescheidenheit: Wir glauben, das durch unsere Arbeit mit „Franken-Magazin“ und „DorfLeben“ nur unterstreichen zu können. Natürlich gibt es Schnarchnasen, aber es gibt, angefangen in Städten wie Würzburg oder Fürth bis in Dörfer, die wir immer wieder vorstellen, Bürgermeister, die sich ihrer Verantwortung für Ihr Gemeinwesen und unsere gefährdete Welt bewußt sind. Etwas pathetisch: Gäbe es die nicht, würden gerade auch Journalisten, die regionale und kommunale Themen bearbeiten, schlicht verzweifeln. Wenn es uns gelingt, und sei es zwischen den Zeilen oder mit Bildern, Ihnen, unseren Leserinnen und Lesern, das Mutmachende glaubhaft und wahrhaftig zu vermitteln … mehr wollen wir eigentlich nicht.

Wolf-Dietrich Weissbach, Chefredakteur

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