Editorial von Wolf-Dietrich Weissbach | Ausgabe November / Dezember 2022

Liebe Leserin, lieber Leser,

Jetzt wissen wir endlich, daß dem ungebremsten Bevölkerungswachstum auf der Erde mit (viel) Alkohol für junge Frauen begegnet werden kann. Jedenfalls soll das, laut dem Vorsitzenden der polnischen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit, Jaroslaw Kaczynski, in Polen gelungen sein, wo die Geburtenrate, wohlgemerkt zu seinem Leidwesen, auf 1,4 Kinder pro Frau gesenkt werden konnte – eine Rate von 1,8 bis 2,1 wäre wohl erforderlich, damit es auch 2050 noch genügend polnische LKW-Fahrer auf den fränkischen Autobahnen geben könnte. Wie auch immer, wir haben im November viel Neues erfahren: Daß die Russen die wichtigen Wahlen in den USA schon länger beeinflussen und dies auch weiterhin zu tun gedenken (weil sie inzwischen wissen, wie es geht), hat „Putins Koch“, Jewgenij Prigoschin, Chef der Söldnertruppe Wagner, öffentlich bekannt. 

So ganz hat das freilich bei den Midterms nicht geklappt. Ferner haben wir erfahren, daß unseren derzeitigen Lieblingsgegnern sogar eher unbeabsichtigt noch raffiniertere Angriffe auf die westlichen Demokratien gelingen. Vor rund 60 Jahren hätten die Sowjets – noch auf Geheiß von Josef Stalin – vor Murmansk, also nahe der norwegischen Grenze, die Königs- bzw. Kamtschatkakrabbe (lat. Paralithodes camtschaticus) angesiedelt. Diese Riesenkrabbe aus dem Fernen Osten hat sich prächtig vermehrt, ist eine begehrte Delikatesse bei den Amis und zu einer wunderbaren Einnahmequelle der norwegischen Fischer geworden. Inzwischen stellt sich allerdings heraus, daß sie das ganze Ökosystem zerstört – die Krabbeninvasion hat in manchen Fjorden Nordnorwegens neun von zehn Tier- und Pflanzenarten ausgerottet. (Daß sich die norwegische Prinzessin Märtha Louise mit einem Schamanen verlobt hat, hat damit übrigens nichts zu tun.) Man muß nun gar nicht auf Elon Musk zu sprechen kommen, Untergangs- und Krisenszenarien bestimmen auf jeden Fall die Informationsflut. Dabei wird es laut Fachleuten in der digitalen Welt immer schwieriger zu überprüfen, was wahr ist und was nicht. 

Wir wollen uns darüber nun gar nicht auslassen. Interessanter ist, daß wir inzwischen auch vom Mars angegriffen werden sollten. So berichtet die Deutsche Bahn in diesen Tagen, daß zwei Marsianer (Haudi Hera und Samma Mehra) den Auftrag hatten, die Erde zu zerstören, aber leider mit ihrem Raumschiff über Bayern abgestürzt sind und mit den Eingeborenen bei Bamberg und Breitengüßbach fraternasierten. Die „Mars Attack“ ist aufgeschoben. Und noch eine sehr erfreuliche Meldung: Sie halten das neue Franken-Magazin in Händen.

Wolf-Dietrich Weissbach, Chefredakteur

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