Schlagwort: Ziesel

Blogbeitrag vom 26.06.2020 | Autor + Foto: Wolf-Dietrich-Weißbach

Ziesel und Wassermaus

Irgendwie könnten die Europäische Sumpfschildkröte und der Ziesel fast miteinander verwandt sein. Natürlich ist das wissenschaftlich nicht haltbar, sondern nur Ausgeburt abstruser Phantasie, angeregt von Aristoteles (Wikipedia), der die Schildkröten als “Wassermäuse” bezeichnet hat, neben dem Ziesel, der ja, unschwer zu sehen, etwas Mausiges hat. Egal, jedenfalls gehören die beiden Kerlchen auf unserem Bild beide zu den gefährdeten Arten. Ihre feigen Feinde sind zumeist viel größer und stärker als sie. Allen voran: der Mensch. Der Mensch hat – jedenfalls früher – die Schildkröte als Fastenspeise geschätzt, während dem Ziesel das Fell abgezogen wurde (wieviele da wohl für einen Pelzmantel nötig waren?), und er dann als Snack gebraten wurde. Auch Wildschweine, Füchse und Raubvögel machen sich über beide her. Unter Wasser hat es die Schildkröte (sie kann, wenn sie nicht gefressen wird, es bis zu einem halben Jahr aushalten, ohne an der Oberfläche Luft zu holen) zudem noch mit Hechten und Welsen zu tun. Bei so vielen Feinden sagen sich die beiden, die sich privat übrigens (wie man sieht) gut verstehen, vermutlich: lieber gleich aussterben.

Blogbeitrag vom 26.06.2020 | Autor + Foto: Wolf-Dietrich-Weißbach

Brotgemeinschaft

Im wahren Leben scheinen Brotgemeinschaften zu funktionieren, so wie hier im Nürnberger Tiergarten aus griechischen Landschildkröten, den von vielen Zeitgenossen heißgeliebten Spatzen und den europäischen Zieseln. Letztere sind die auf dem Bild, bei denen sich manche Tiergartenbesucher (weil sie die Info-Tafeln nicht lesen) unsicher sind, ob es sich um Mäuse, Hamster, Eichhörnchen, Ratten oder fake-animals handelt. Auf jeden Fall lohnt es sich, die Ziesel zu beobachten. Sie fegen so herzerfrischend übers Gelände … Lateinisch heißen sie übrigens „Spermophilus citellus“, was wörtlich übersetzt „Samenfreund“ bedeutet – ein Schelm, wer etwa angesichts der reichen Nachkommenschaft, Böses dabei denkt – und nur darauf hinweist, daß der Ziesel sich gern von Pflanzensamen ernährt.Und noch ein Vorurteil muß beseitigt werden: Der Ziesel an sich hat mit Golf gar nichts am Hut. Seine Pfötchen sind zu kurz für einen guten Schwung, von seinem Handicap ganz zu schweigen. Die Nagetiere sind lediglich Teilnehmer eines Artenschutzprojektes im Nürnberger Tiergarten und werden demnächst in Tschechien ausgewildert. Dort buddeln sie ihre Löcher auch auf einem Golfplatz. Fällt ein Golfball in ein Zieselloch, darf der Spieler mit einem neuen Ball weiterspielen oder aufhören den kleinen Tierchen auf die Nerven zu gehen. Wie wäre es mit Minigolf oder Bowling?                                             jp/wdw

                                                                                 

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