Gute Orte

In zwei sorgfältig gestalteten und lektorierten Foto­bänden beschäftigt sich Lothar Mayer in Bild und Text mit den jüdischen Friedhöfen in Unter-, Mittel- und Oberfranken.

Daß Jesus, wenn es ihn denn als historische Person gegeben hat (ein Bauernopfer orthodoxer Pharisäer an die römische Staatsmacht), ein beschnittener Jude war, verdeckt jedes Kruzifix mit dem hinzuerfundenen Lendentuch bis heute.
Auch die spätestens um 1200, wohl im Zusammenhang mit jüdischen Migrationen in Mittel- und Osteuropa, in lebensgroßen Skulpturen an/in Kirchen postierten Allegorien der „Ecclesia“ und „Synagoge“ verhüllen mehr die Gemeinsamkeit von Altem und Neuem Testament, als daß sie den antisemitischen Affront kundtun. Was haben nun solche Gedanken mit den von Lothar Mayer fotografierten Judenfriedhöfen in Frankenzu tun?
Nun: Immer geht es nicht nur um eine andere Bewertung von Trauer, Tod und Glauben an Wiederauferstehung zwischen Christentum und Judentum, sondern auch um eine oft grundsätzlich andere Sicht auf den „Lebensweg“ jedes Menschen an sich und sein Fortleben im Gedächtnis der Nachkommen, geht es um Wanderung und Seßhaftigkeit, geht es um Duldung oder Ausgrenzung Fremder. Hinzu kommt bei vielen Fotos, daß sie, naturbedingt und wiederkehrenden Besuchen geschuldet, die Jahreszeiten und damit das Blühen und Vergehen von Pflanzen zeigen und ordnende oder zerstörerische Eingriffe des Menschen nicht verschweigen.

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