Schlagwort: Würzburg

Ausgabe November / Dezember 2025 | Blende 8

Kerzentauchen

Kerzentauchen Blende8 - Kerzentauchen

Seit 275 Jahren werden in dem Familienunternehmen Wachs Schenk in Würzburg Kerzen hergestellt. Und zwar in Hand­arbeit und nahezu genauso, wie es früher war. Das Personal, wie hier Bianca Knorz (r) beim Kerzentauchen, dem Herstellen von Adventskerzen, ist natürlich jünger und sichtlich mit Ernst bei der Arbeit. (Chef Martin Schenk steht hier nicht als Aufpasser, sondern weil wir ihn aufs Bild gebeten haben.) Der Herstellungsprozeß jedenfalls verläuft so malerisch wie eh und je. Der leicht betörende Bienenwachsduft, die angenehme Raumtemperatur. Die Ruhe der Arbeitsstätte. Die […]

Ausgabe November / Dezember 2025 | Geschichte(n)

Ein Wissenschaftskrimi

Neues Lügensteinmuseum in Würzburg

Welcher Gelehrte hätte nicht gerne so ein Arbeitszimmer? (Der zentrale Ausstellungsraum des kleinen Museums.) Ein neues Museum in Würzburg? Worüber? Und warum? Die Antwort darauf gibt das Museum Beringers Lügensteine in der Korngasse hinter der Reuererkirche. Denn vor 300 Jahren, seit dem Fronleichnamstag 1725, fanden drei Jungen aus Eibelstadt, die Brüder Nikolaus und Valentin Hehn sowie Christian Zänger, auf einem Berg über Eibelstadt zuerst drei und immer mehr Steine mit plastischen figürlichen Darstellungen von Würmern, Krebsen, Fröschen, Käfern, Kräutern und Fischen und brachten ihre Funde [...]
Ausgabe September / Oktober 2025 | Natur & Umwelt

Wenn Käfer rot sehen

Kaum ein Insekt kann die Farbe Rot sehen. Doch zwei Käferarten aus dem Mittelmeergebiet machen eine ­Ausnahme, wie ein internationales Forschungsteam mit Würzburger Beteiligung jetzt herausgefunden hat.

Ein Käfer der Art Pygopleurus chrysonotus auf einer Blüte der Pfauenanemone (Anemone pavonina) in Griechenland. Der Käfer kann, was andere Insekten nicht können: die Farbe Rot sehen. Foto: Johannes Spaethe / Universität Würzburg Die Augen der Insekten sind in der Regel empfindlich für ­ultraviolettes, blaues und grünes Licht. Die Farbe Rot können sie – mit Ausnahme einiger Schmetterlinge – nicht sehen. Trotzdem fliegen Biene & Co. auch auf rote Blüten wie die des Klatschmohns. Angelockt werden sie in diesem Fall aber nicht von der roten [...]
Ausgabe September / Oktober 2025 | Wissenschaft

Kleine Welt, riesengroß

Die Welt im Elektronenmikroskop. Arbeiten des Würzburger Wissenschaftsfotografen Stefan Diller

Honigbiene – Bildfeld: 7000 x 10155 Mikrometer Die 66teilige TV-Serie „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ aus den 1990er Jahren war vermutlich auch schon ganz lustig; inzwischen, unter der Knute von MAGA wäre sie (für das Trump-Lager) allerdings eine Horrorvision. Das Kleine (und gar wissenschaftlich Erarbeitete) verdient aus der heutigen amerikanischen Weltsicht – so hat es den Anschein – und unter Dobrindt selbst bald bei uns, abgeschoben zu werden. Eine leise Ahnung von der Großartigkeit des Kleinen vermitteln Arbeiten des Würzburger Wissenschaftsfotografen Stefan Diller. Er [...]
Ausgabe September / Oktober 2025 | Kunst & Gesellschaft

Ins Manhattan der Antike

Würzburgs neue Partnerstadt Syrakus

Syrakus: Foto: Peter H. auf Pixabay So schön, interessant, bisweilen sogar über den Tourismus hin­aus: Wie bedeutsam die Partnerstädte zwischen meist europäischen Städten zu den urbanen Zentren Frankens auch immer sein mögen, die Partnerschaft zwischen Würzburg und Syrakus in Sizilien ragt heraus. (Die Stadt Würzburg pflegt aktuell offizielle Beziehungen zu zwölf Partnerstädten, zwei Freundschaftsstädten und einer Patenstadt auf vier Kontinenten.) Die Partnerschaft mit Syrakus verdankt sich nun allerdings nicht irgendwelcher Gemeinsamkeiten, sondern im strengen Sinne, den Menschen. Seit vielen Jahren sitzen mit Antonino Pecoraro (Grüne) [...]
Ausgabe September / Oktober 2025 | Handwerk

Kopfarbeit

Hüte haben eine lange Tradition. Und trotzdem hatte es eine ganze Weile den Anschein, als gehörten sie zu einer aussterbenden Spezies. Ein Irrtum, wie man heute weiß. Laura Zieger hat immer an die Bedeutung ihres Handwerks geglaubt. Seit kurzem führt die junge Modistin einen renommierten Hut-Laden in der Würzburger Innenstadt. Ein Ortstermin in einer Zukunfts-Werkstatt.

Niemals ohne Kopfbedeckung: Laura Zieger präsentiert einen ihrer vielen Hüte. Der Hut warf einen Schatten um ihn, „einen Schatten von männlicher Einsamkeit“. So beschreibt Peter Härtling in einem seiner Romane den Titel-Helden „Hubert“, nachdem der sich gleich zu Beginn der Handlung einen Hut gekauft hat. Dass ein Hut etwas mit seinem Träger oder seiner Trägerin macht, weiß Laura Zieger schon lange. „Der passende Hut verleiht einem eine aufrechte Haltung – von Kopf bis Fuß“, sagt die Mitdreißigerin, die seit kurzem ihr eigenes Geschäft in Würzburg [...]
Ausgabe Juli / August 2025 | Soziales

Wo Würde beginnt

170 Jahre Oberzeller Franziskanerinnen in Würzburg – Mitte des 19. Jahrhunderts: Im Würzburger Stadtteil Zellerau, wo heute das Jugendkulturhaus Cairo junge Menschen fördert, war einst ein Frauengefängnis untergebracht. Frauen, die hier landeten, verloren draußen jede Chance: von der Gesellschaft ausgestoßen, keine Arbeit, kein Zuhause, keine Würde.

Luftaufnahme von Kloster Oberzell bei Würzburg Als 1869 ein Blitz in das Würzburger Frauengefängnis einschlug, halfen die Inhaftierten, das Feuer zu löschen. Problemlos hätten sie fliehen können, aber sie blieben. Sie schlugen sogar das Angebot einer Haftminderung aus. Die Frauen wussten: in der „Freiheit“ wartet nichts auf sie – außer Ausgrenzung. Es war genau diese Art von Not und Perspektivlosigkeit, die Antonia Werr im Blick hatte. 1869 war sie zwar bereits verstorben, aber ihr Einsatz für ausgegrenzte Frauen lebte in ihrer Gemeinschaft weiter und legte [...]
Ausgabe Juli / August 2025 | Kultur

Aufwiegler oder Märtyrer?

Bauern und der Bauernkrieg gesehen aus verschiedenen politischen Blickwickeln

Heinz Zander, Trommler im Frühling (Bauernkriegszyklus), 1980, Öl auf Hartfaser, 165 × 195 cm, Mühlhäuser Museen. Foto: ©VG-Bild-Kunst-Bonn-2025_Foto-Tino-Sieland Leicht lassen sich die Gemälde und Grafiken im Würzburger Museum im Kulturspeicher (MiK) nicht entschlüsseln. Da rennen Massen gegeneinander an, da sind Speere und Sensen aufeinander gerichtet, es herrschen Chaos, Tumult, blutrünstige Hatz und Kampf bis zum bitteren Ende. Es ist halt (leider) Krieg auf den Bildern, deutscher Bauernkrieg 1525. Wie dieser Bauernkrieg jedoch beurteilt wird, das hängt, so lernt man aus den Exponaten, vom ideologischen Blickwinkel [...]
Ausgabe Mai / Juni 2025 | Portfolio

Vom schönsten Trümmerhaufen Deutschlands

Würzburg der 50er und 60er Jahre in den Fotografien von Heiner Reitberger

Hätte seine Leidenschaft mehr, um nicht „ausschließlich“ zu sagen, der Fotografie gegolten und hätte er sich nicht so ­leidenschaftlich mit seiner Stadt beschäftigt, sondern bis­weilen auch mit der Welt überhaupt, der Würzburger ­Journalist, Philosoph, Autor, Künstler, Denkmalpfleger ­Heiner Reitberger (1923 – 1998) wäre zweifellos in den letztlich doch nicht allzu großen Kreis der berühmten, weit über das lokale, regionale, nationale hinausreichenden Licht­bildner aufgerückt. Es sind mit vielleicht etwa 2500 Foto­grafien nicht allzu viele, die er hinterlassen hat, aber die sind wahrhaft außergewöhnlich, ja: meisterhaft. Fotografien aus den [...]
Ausgabe Mai / Juni 2025 | Geschichte(n)

Nieder mit der Freiheyt!

Mit rund sechzig Veranstaltungen thematisiert die Stadt Würzburg unter dem Thema „Freiheyt 1525 – Freiheit 2025“ die Ereignisse des Bauernkrieges, die sich in diesem Jahre zum 500. Male jähren.

Computerspiel zur Ausstellung „Ein Flüstern im Pulverdampf: Die Wäscherin von Würzburg“ © Museum für Franken / Rhenus Vina Musica Auf dem Weg von der Alten Mainbrücke über die Tellsteige hinauf zur Würzburger Festung Marienberg erinnert eine Stele aus Edelstahl, an ihrem Fuß umrankt von stilisierten Wurzeln, an das blutige Ende des Bauernkrieges rund um die Stadt im späten Frühjahr 1525. Würzburg war pars pro toto. Denn überall in Deutschland, wo diese Freiheitsbewegung der Bauern aufgeflammt war, endete sie in einem Blutbad und mit der gnadenlosen [...]

Weitere Zeitschriften vom Verlag Kendl & Weissbach Publikationen

Franken-Magazin

Das Franken-Magazin ist eine unabhängige Zeitschrift – ein Regionalmagazin, das alle 2 Monate erscheint und die mehrseitige Reportage zum Mittelpunkt seines Inhalts erklärt. Das Franken-Magazin zeigt Land und Leute liebevoll von ihrer interessantesten Seite.

Franken-Magazin - Ausgabe 07-08-2025

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