Subjektiv kochen

Text: Wolf-Dietrich Weissbach

Es braucht für die sozialen Medien unbedingt Metaebenen, auf denen man die Likes, die ge-liked wurden, liken kann, weil ge-liked wurde, daß ge-liked wurde, daß ge-liked wurde, daß ge-liked wurde usw..

In meiner Serie habe ich das halbwegs passende Bild: Bilder, die die Welt nicht braucht (und eigentlich nie gebraucht hat). 5

Wobei mir allerdings deutlich wird, daß mich niemand versteht. Die eine traut mir zu, daß ich eine Verirrung abgenagt zurücksende, obwohl das Skelett doch ich bin (nach meiner Diät), der andere fordert, es auszukochen, weil er wohl nicht wahrhaben will, daß ich (das Skelett – also sinnbildlich) zum Frühstück getragen werde. Gut, lasse ich gelten! Gemahnt es doch immerhin an Heinrich Heine, der in seiner Polemik zur Philosophie Johann Gottlieb Fichtes, den Affen ins Spiel brachte, der am Küchenherd seinen Schwanz kocht, weil er der Ansicht ist, daß es nicht reicht objektiv zu kochen, sondern man sich auch subjektiv das Kochen bewußt machen müsse. Wahrscheinlich versteht mich wieder niemand.

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