Fünfzehn Jahre war das Rhönmuseum für Besucherinnen und Besucher geschlossen. Nach einem Umbau und einer inhaltlichen Neuausrichtung hat es seine Tore jetzt wieder geöffnet. Zu Besuch bei einem Neu-Starter.
Wackelkopffigur Mädchen mit Blumenstrauß Statistiken liefern oft erstaunliche Einsichten. Fladungen hat zwar nur wenig mehr als 2.000 Einwohner, aber gleich zwei herausragende Museen. Umgelegt auf die Zahl der Bürgerinnen und Bürger sei dies „die größte Museumsdichte weit und breit“, befand der unterfränkische Bezirkstagspräsident Stefan Funk, den seine diesjährige Sommertour mit dem Kulturreferat in das vor einem halben Jahr wiedereröffnete Rhönmuseum führte. Und das sei gut so, denn Kultur spiele gerade für den ländlichen Raum eine große Rolle, betonte Funk: „Bei Einschnitten in die Kulturförderung leidet [...]
Ausgabe November / Dezember 2025 | Kultur
Wie steht es um die Zukunft von Kunst und Kultur in Bayern allgemein und speziell in Franken? Unsere Redakteurin Sabine Raithel sprach mit einem, der es wissen muß: dem Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume.
Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, Foto: Steffen Böttcher StMWK FM: Herr Blume, wie man hört, möchten Sie Kultur in Bayern gerne großformatiger inszenieren: angedacht ist u.a. ein Opernball im Münchner Gärtnerplatz-Theater. Was den Glanz betrifft, scheinen wir in Bayern ein wenig Nachholbedarf zu haben… MB: Mehr Glamour – sehr gerne. Ein bißchen mehr Lametta täte uns in München und in ganz Bayern gut. Wir sind kulturell unheimlich stark aufgestellt. Ich finde, da darf man sich auch mal selbst feiern. Ein Opernball am [...]
Ausgabe November / Dezember 2025 | Kultur
Am 21.3.1763 erblickte Johann Paul Friedrich Richter das Licht dieser Welt. In seinem zweiten Lebensjahr wurde sein Vater von Wunsiedel nach Joditz auf eine neue Pfarrstelle berufen. Als 13-jähriger kam er nach Schwarzenbach und bald nach Hof an der Saale. Nach langen Jahren in Leipzig, wieder Hof, Weimar, Berlin und Meiningen ließ er sich erst in Coburg und schließlich in Bayreuth nieder, wo er am 14.11.1825 verstarb. Anläßlich seines ersten großen Erfolgs mit dem Roman „Die unsichtbare Loge“ nahm er den Künstlernamen Jean Paul an.
Johann Paul Friedrich "Jean Paul" Richter Schreiben war alles für diesen Autor. „Keiner“, erklärt Helmut Pfotenhauer in seiner umfangreichen Biografie, „hat so wenig gelebt, um so viel schreiben zu können“: 11000 gedruckte Seiten, 4000 Seiten Briefe und ein Nachlaß von 40000 Seiten. Bereits der Schwarzenbacher Schüler hat Exzerpthefte angelegt, um seine Lesefrüchte zu sammeln, und er führte sie sein ganzes Leben fort. Die Gelehrsamkeit seiner Zeit wollte er stets zur Verfügung haben. Aus diesem Fundus konnte er schöpfen, wenn er seine erzählenden Werke mit Begriffen [...]
Ausgabe September / Oktober 2025 | Kultur
Das Nürnberger Opernhaus muss saniert und erweitert werden. Die Wahl der NS-Hinterlassenschaft Kongresshalle am Dutzendteich als Ausweichort ist durchaus brisant.
Blick in die Zukunft: Im Innenhof der Kongresshalle entsteht derzeit der Theaterbau mit Bühne und Zuschauerraum der Spielstätte des Staatstheaters Nürnberg. Foto: Georg Reisch GmbH & Co. KG „Mauern tragen keine Schuld!“ Ob man diesen Satz des ehemaligen Direktors des Münchner Hauses der Kunst Christoph Vitali mit Blick auf die NS-Architektur so stehen lassen kann? Denn selbst Hitler nannte seine Bauten „Worte aus Stein“. Mauern haben also durchaus etwas zu sagen, zu bedeuten. Manche jener Monumentalbauten, die im Dienste der NS-Propaganda und Machtdemonstration vor allem [...]
Ausgabe September / Oktober 2025 | Kultur
Gehen Sie mit der Zeit? Was bedeutet es überhaupt, wenn man „mit der Zeit geht“? Diese Frage haben sich die 18 unterfränkischen Museen gestellt, die ihre Museumsobjekte vom 22. Juli bis 9. November 2025 im Rahmen des musealen Netzwerks „Kunst geht fremd“ auf die Reise durch ganz Unterfranken schicken.
Puppenküche aus dem Museum Obere Saline Bad Kissingen. Foto: Annette Späth Passend zum diesjährigen Motto „Kunst geht fremd… und mit der Zeit“ setzen sich die verliehenen Ausstellungsstücke alle mit der Zeit auseinander: Die Objekte erzählen sowohl von der Endlichkeit, derer wir uns manchmal nicht und manchmal ganz besonders bewußt sind. Von Modernität und dem damit verbundenen Lebensgefühl einer Epoche und Gesellschaft. Manche Objekte zeigen die Zeit an und geben der Zeit, die erstmal unendlich und nicht greifbar zu sein scheint, eine Maßeinheit. Wer mit der [...]
Ausgabe Juli / August 2025 | Kultur
Das unterfränkische Waldbrunn zeigt, wie Gemeinschaft geht, und bereitet dem neuen Mozartfest-Format „Stars bei uns“ einen überaus gelungenen Auftakt.
Veronika Eberle und Nils Mönkemeyer begeistern bei ihrem Auftritt in Waldbrunn. Foto: Fabian GebertAls der letzte Ton verklungen war, hielt es niemanden mehr auf den Sitzplätzen: Standing Ovations bereitete das Publikum den beiden Weltstars, die ihr Konzert im Rahmen des diesjährigen Mozartfest Würzburg in der Waldbrunner Pfarrkirche St. Norbert soeben mit einem Duo von Mozart bekrönt hatten. Der Jubel, mit dem die Geigerin Veronika Eberle und der Bratscher Nils Mönkemeyer für ihren Auftritt belohnt wurden, war anhaltend, herzlich – und es mischte sich Erleichterung mit [...]
Ausgabe Juli / August 2025 | Kultur
Interview mit Prof. Dr. Joachim Vossen, Inhaber des Instituts für Stadt- und Regionalentwicklung München/Aachen sowie Organisator des Zertifikatsstudiengangs „Stadtplanung und Denkmalpflege“ an der International Academy der RWTH Aachen und in Rothenburg ob der Tauber
Prof. Dr. Joachim Vossen. Foto: Privat Franken-Magazin: Herr Prof. Dr. Vossen, was verbindet Sie eigentlich mit Rothenburg ob der Tauber? Wie sind Sie von Aachen und München her darauf gestoßen? Joachim Vossen: Als Stadtgeograph ist einem Rothenburg ob der Tauber von jeher ein Begriff, den man mit einem romantischen Stadtbild und einer guterhaltenen „Mittelalterlichen Stadt“ assoziiert. Richtig kennengelernt habe ich die Stadt aber erst durch das vom Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie ausgelobte Modellprojekt „Fitnessprogramm Starke Zentren“. Bei diesem Programm sollten fünf bayerische [...]
Ausgabe Juli / August 2025 | Kultur
Rolf Sachs stellt in der Kunsthalle Schweinfurt aus.
Statuette. Foto: Rolf Sachs Es wirkt fast wie ein Heimspiel: Rolf Sachs stellt in der Kunsthalle Schweinfurt aus, einem Bau, den sein Urgroßvater Ernst Sachs in den 30er Jahren den Arbeitern seines Unternehmens und der Bevölkerung Schweinfurts als Schwimmbad stiftete. Von 2006 bis 2009 wurde das einst düstere Bad zur lichtdurchfluteten Kunsthalle umgebaut. Rolf Sachs, Sohn von Gunter Sachs, kennt Schweinfurt, wurde 1955 in Lausanne in der Schweiz geboren, studierte in den USA und in England Wirtschaftswissenschaften, lebte in London und seit 2018 in Rom, [...]
Ausgabe Mai / Juni 2024 | Kultur
Die Prichsenstadt Classics als Leitfaden touristischer Akzente
Die „Meefrüchdle“ aus Schwarzach besingen bei dem Oldtimer-Treffen „Prichsenstadt Classics“ einen optisch zum wunderbaren Gesang passenden Renault NN1 aus dem Jahr 1926. So gehört es sich: Es kommen mehr Besucher durch das Obertor als gehen. Die Fahne mit dem Turm und dem markgräflich ansbachischen Löwen ist gehißt. Die Cafés auf Luitpold- und Schulinstraße haben bestuhlt. Und sie haben Gäste, die die goldglänzende Sonne genießen, kaum daß der April noch einmal ganz wie in alten Zeiten eisige Schauer durchgejagt hat. Frühlingsgezwitscher in den Stadtmauergärten, wo schon [...]