
Liebe Leserin, lieber Leser,
Gegenwärtig braucht man wirklich starke Nerven; wie anders wollte man die US-Regierung (Von Anton Kuh stammt der Ausspruch: „Wie sich der kleine Moritz die Weltgeschichte vorstellt – genau so ist sie!“.) und dann etwa Musk, Thiel, Altman, Zuckerberg, Putin, Orban (Warum gelingt es nicht das OrbanUngarn aus der EU zu werfen?), die AfD (die ihr Deutschland mal an die Russen, mal an die Amis verschachern möchte und das auch noch auf Kosten der deutschen Steuerzahler), überhaupt all diese unerträglichen Gestalten verkraften? Und dann – nebenbei erwähnt – noch die KI. Ob es hilft, sich diesem Schrecken mutig, mit Phantasie und ernsthaftem Spaß entgegenzustellen? Maskiert wie es das Brauchtum seit Jahrhunderten empfiehlt. Dementsprechend wollten wir diesmal auf unserer Titelseite eine möglichst furchterregende Fratze. Nein, nicht Trump, den sehen wir tagtäglich in den Nachrichten. Nein, schon glaubwürdiger, etwas, ein bißchen ansehnlicher! Süddeutschland, Bayern, Österreich, die Schweiz haben da von der Vorweihnachtszeit bis in den Fasching, in der Fastnacht in der Tat weitaus charaktervollere Wesen zu bieten. Gut, ein Außenminister, der bereits die Aliens im Anflug sieht …
Bleiben wir seriös: Krampusse, Perchten, Hexen, Spanmänner, Strohmänner, Maschkera und Schellenrührer, Strohbären, Fasalecken, Schembartläufer und was es da noch gibt, sie alle wären aufzuführen. Okay, es gibt sie in unterschiedlichen Grusel-Graden, auch in Franken, in der Rhön, von Oberelsbach, über Rieneck, Kitzingen, Effeltrich bis Nürnberg. Gerne haben ihre Auftritte die Aufgabe, den Winter auszutreiben. Da ist es doch nur verständlich, wenn wir uns wünschten, sie vermöchten das auch mit den unerfreulichen Weltnachrichten.
Zur Hölle damit!
Und dann sind wir nur noch gespannt, in welcher Verkleidung unser Landesvater in diesem Jahr in Veitshöchheim aufläuft. Wie wäre es denn einmal mit einer Figur aus der antiken Mythologie? Vielleicht Zerberos, der mehrköpfige Hund, der die Hölle bewacht, damit kein Lebender eindringt und kein Toter entkommt?
Ach, was soll’s. Wir wünschen Ihnen zwischen Fasching und Weltwahnsinn etwas Muse für unsere neue Ausgabe.


Wolf-Dietrich Weissbach
Chefredakteur



