Editorial von Wolf-Dietrich Weissbach | Ausgabe März / April 2026

Liebe Leserin, lieber Leser,

Es ist Frühling! Eigentlich Zeit für freundlichere, hoffnungsvollere Gedanken. Also: Vielleicht ist die Welt in jüngster Zeit ja nur deshalb so düster, so aggressiv (Experten berichteten für 2025 weltweit mit 89 von einer Rekordzahl an Kriegen und bewaffneten Konflikten seit dem Zweiten Weltkrieg), weil die Menschen vor lauter irren Informationen, Fake News, Podcasts, Social Media und dergleichen Segnungen ihre Lieder oder gar ihre Gedichte (die gibt es in jeder Sprache) vergessen haben. Angeblich haben die Menschen, bevor sie ohne Punkt und Komma zu reden verstanden, gesungen und bald irgendwie gereimt. Dass sie sich aber schon in Urzeiten so von Natur aus mit Lust gemeuchelt und gemordet haben sollen, ist wissenschaftlich keineswegs belegt. Wohl aber, dass Gesang und Gedichte – natürlich nicht immer – befriedende, sozial verbindende Wirkung haben. Die Menschen oft friedlich stimmen und sie ergreifen: „Die blauen Frühlingsaugen / Schaun aus dem Gras hervor, / Das sind die lieben Veilchen, / Die ich zum Strauß erkor. // Ich pflücke sie und denke, / Und die Gedanken all, / Die mir im Herzen seufzen, / Singt laut die Nachtigall. // Ja, was ich denke, singt sie / Lautschmetternd, daß es schallt; // Mein zärtliches Geheimnis / Weiß schon der ganze Wald.“ (Heinrich Heine)

Natürlich ist nicht jeder bzw. jede gleichermaßen ergriffen … und dann friedlich gestimmt. Aber dass es ein solches Phänomen gibt, wohl schon immer gab, ist inzwischen unbestritten. Im Sanskrit gibt es dafür den Ausdruck „Kama Muta“ („von Liebe bewegt“), es entsteht typischerweise durch eine plötzliche Vertiefung von Gemeinschaftsgefühlen, etwa bei sozialen Bindungen, rührenden Momenten, Musik, durch Gedichte oder in der Natur. Kama Muta beschäftigt inzwischen häufig die Medien. Vielleicht, weil es etwas braucht, was die Menschheit noch retten könnte, vor Gier, Größenwahn, Machthunger oder auch nur Gedankenlosigkeit. Wir wollen unseren Beitrag leisten.

Übrigens, wenn Sie liebe Leserinnen und Leser, eine Idee, ein Thema, einen Vorschlag haben, worüber wir berichten sollten, lassen Sie es uns wissen. Wir werden es gewissenhaft besprechen.

Jetzt aber: Viel Lesevergnügen mit unserer neuen Ausgabe!

Wolf-Dietrich Weissbach, Chefredakteur

Wolf-Dietrich Weissbach
Chefredakteur

Stefan Kendl, Mitherausgeber

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Mitherausgeber

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