Wallenstein: Mythos und Romanze

Im 400sten Jahr des Beginns des Dreißigjährigen Krieges sollte man den Wallenstein-Festspielen in Altdorf bei Nürnberg besondere Aufmerksamkeit schenken. An fünf Wochenenden werden rund 1000 Mitwirkende an eine der schillerndsten Figuren des längsten Krieges auf deutschen Boden erinnern.

Dieses Jahr ist es mal wieder soweit. Vom 22. Juni bis zum 22. Juli finden wie alle drei Jahre die Wallenstein-Festspiele in Altdorf bei Nürnberg statt. An fünf Wochenenden schlüpfen rund 1000 Mitwirkende in historische Kostüme und huldigen einem „großen Sohn“ ihrer Stadt. Verwunderlich, wenn man bedenkt, daß jener Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, später Wallenstein, gerademal vier Monate als Studiosus vor Ort weilte. Noch dazu war er damals ein wohl stark testosteron-gesteuerter 16jähriger, a echter Freggä, würde man auf fränkisch sagen. Denn der junge Herr machte jede Menge Probleme, zeichnete sich vor allem in den Disziplinen Raufen und Saufen aus. Letztendlich war man sicher heilfroh, daß er sich nach diesem kurzen unrühmlichen Intermezzo Richtung Padua und Bologna aufmachte. Aber aus dem Bou ist halt doch noch was g’worn! Einer der größten Feldherren des entsetzlichen Dreißigjährigen Krieges, der genau vor 400 Jahren seinen Anfang nahm. Seit Ende des 19. Jahrhunderts ehrt man Wallenstein in Altdorf mit einem Volksstück des Lehrers Franz Dittmar. Auch die große Schiller-Trilogie spielt man hier in der Zwischenzeit vor der Kulisse des alten Universitätshofes, wenn auch in gekürzter Form. Und es gibt jede Menge Lagerleben, Festumzüge, den Gaukler-Sonntag oder die Lange Nacht … Daß man bei all dem mit der histo­rischen Wahrheit a weng großzügig umgeht, macht eigentlich nichts. Denn das Handeln und Denken des Generalissimus gibt selbst renommierten Wissenschaftlern bis heute manches Rätsel auf. Wahrheit oder Mythos? Die Grenzen verwischen sich …

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