Knoblauchsländer Tracht

TrachtEdith Schaper und Armin Brunner präsentieren für das FRANKEN-Magazin die Knoblauchsländer Tracht aus Neunhof zwischen Nürnberg und Erlangen. Die evangelische Tracht geht auf das Jahr 1750 zurück und besticht mit einigen Besonderheiten, die sich zu einem guten Teil dem Umstand verdanken, daß das Knoblauchsland auch früher schon keine arme Gegend war. So tragen die Männer ihre Jacken mit vielen silbernen Knöpfen, die mit Darstellungen von Tabaksblättern verziert sind. Das Knoblauchsland ist nämlich bis heute vor allem auch ein Tabakanbaugebiet. (Überhaupt ist nicht geklärt, ob das Knoblauchsland seinen Namen vom Knoblauchanbau oder nicht vielleicht doch von einem Großgrundbesitzer mit eben diesem Namen hat.) Einzigartig an der Knoblauchsländer Tracht ist auch der Dreispitz, ursprünglich ein ganz normaler Flachhut, der einfach an zwei Seiten hochgebogen wurde und mit einem bunten Band, an dem drei Blumensträußchen stecken, geschmückt ist. Bei den Frauen ist vor allem die sogenannte Träubleskette (wegen der auffälligen Traubenornamente) hervorzuheben, ein Halsschmuck aus sechs bis neun Strängen, je nach Reichtum. Und die mit gestickten Spiegel (Perlenstickerei in der Haube) verzierte Festtagshaube der Knoblauchsländer Tracht, die traditionell von der Mutter an die Tochter vererbt wurde. Die Tracht ist in den Farben relativ dunkel, es sind gedeckte Farben, Tücher mit Rosenmuster in Rot oder Lila. Und es gehört ein Schweif an einer Erbsenkette zu dieser Tracht, was sich früher aber nur die ganz Reichen leisten konnten. Interessant ist sicher auch, daß zumindest die Frauen, die eine Tracht tragen, in einem gewissen Sinne sehr vielschichtige Persönlichkeiten sind, gehört doch einiges dazu, daß auch wirklich außer den Händen und dem Gesicht kein Stückchen Haut gesehen werden kann: Strumpfhose, Spitzenhose, langärmelige, weiße Bluse, Wollunterrock mit Mieder, Überrock, Schürze, Tuch und darauf dann der Schmuck.

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