Essigrose – Rosa gallica

Unsere Serie: Heilpflanzen vom Magerrasen: Heilsame Schönheit mit Liebespotential

Ihr Duft ist betörend und verleitet zur Liebe. Keine andere Blume ist enger mit dem schönsten aller Gefühle umschlungen als die Rose. ­Casanova, der größte Frauenverführer der Weltgeschichte, beträufelte seine nackten Geliebten mit Rosenwasser, um sich so richtig in Stimmung zu bringen. Sein weibliches Pendant, die ägyptische Königin Kleopatra, setzte den Rosenduft strategisch ein. Als nach Cäsars Tod die politischen Karten neu gemischt werden, lädt sie Roms neuen Machtmann Marcus Antonius zu einem Stelldichein auf ihr vergoldetes Märchenschiff: Ein Meer von Rosenblüten bedeckt den Boden, das purpurne Segel ist mit duftendem Rosenwasser getränkt – und sie als Krönung mittendrin, mit nichts am Körper außer einem Perlencollier. Marc Aurel ist ihr sofort verfallen. Die Ägypter wußten also schon damals, wie der Rosenduft zu extrahieren und einzusetzen ist. Daß die Rose mit ihrem Wohlgeruch nicht nur die Seele umschmeichelt, sondern von einer umfassenden Heilkraft ist, war auch den Ärzten der Antike bekannt. Sie setzten ihre Wildformen für eine Vielzahl von Indika­tionen ein. Dioskurides lobte im 1. Jahrhundert n. Chr. deren adstringierende Wirkung, die auf den enthaltenen Gerbstoffen beruht, und empfahl: „Die mitten in den Rosen befindliche Blüthe wird bei Fluß des Zahnfleisches aufgestreut, die Köpfe, getrunken, halten den Bauchfluß und das Blutspeien auf.“

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