Eine ungebrochene Faszination

Edmund Zöllers Leidenschaft für Wehrkirchen und die fränkische Region treibt ihn auch mit 92 Jahren noch an. Der Heimatforscher blickt auf ein bewegtes Leben zurück und denkt noch lange nicht daran aufzuhören.

EdmundZöllerWo ist es denn?“, fragt sich Edmund Zöller, während er in seinem Arbeitszimmer nach den Unterlagen über seine Bildausstellung sucht. Hinter ihm zieht sich ein Bücherregal über die gesamte Wand. „Bester Opa“ prangt auf einem DIN A4-Blatt, das vor einigen Bücher steht. „Ich glaube, ich habe die Unterlagen noch an die Lehrerin verliehen“, stellt der 92jährige nach kurzer Suche fest. Sein Gedächtnis ist mit über 90 Jahren immer noch hervorragend. Daß sich auf dem Fragebogen zur Entnazifizierung 131 Fragen befanden, ist ebenso in seinem Gehirn gespeichert, wie sämtliche Ablageorte seiner zahlreichen Unterlagen.
Der Oberamtsrat im Unruhestand wuchs mit acht Geschwistern in Dorfprozelten in Unterfranken auf. Bei der Machtergreifung Hitlers war er acht Jahre alt: „Wir Kinder haben nichts anderes gekannt. Ich habe mir nach 1945 erklären lassen, was das Wort Demokratie überhaupt bedeutet.“ Im Dritten Reich wurde er Jungvolkführer. „NS-Idealismus konnte ich nicht vermitteln, weil ich selbst nicht wußte, was das ist“, sagt Zöller schelmisch. Mit 14 Jahren kam er in die Handelsschule nach Wertheim, danach zum Landratsamt Miltenberg als Verwaltungslehrling. Mit 19 Jahren folgte die Einziehung zur Wehrmacht.

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