Der Sommer der fränkischen Gaukler

Der Fränkische Theatersommer feiert 25. Geburtstag. Intendant Jan Burdinski hat die Jubiläumssaison unter das Leitmotiv „Frau“ gestellt. Aber keine Sorge: Auch in diesem Jahr zeigt die quirlige Wanderbühne wieder Kinder- und Jugendtheater sowie Schauspiel, Komödie, Musical, Tanztheater, feines Kammerspiel und Musikkabarett, bei dem auch die männlichen Interessenlagen nicht zu kurz kommen.

Während draußen auf dem Marktplatz von Hollfeld die Zeichen der Fruchtbarkeit an einem der wohl schönsten Osterbrunnen der Gegend friedvoll im Wind baumeln, tobt in St. Gangolf der Krieg der Geschlechter. Lysistrata, die kluge Heroin aus dem gleichnamigen Stück des antiken Dichters Aristophanes, ist nach 20 Jahren Mord und Totschlag den Krieg am Peloponnes endgültig leid – so wie alle Frauen aus Athen und Sparta. Doch was tun? Nun, der selbstironische Spaßvogel Aristophanes zeigt den Frauen, wo der Hammer bzw. der pädagogische Hebel hängt: nämlich auf der Maslow’schen Bedürfnispyramide ganz, ganz unten. Die Frauen verweigern den Liebesdienst und zwingen so ihre Männer, das Kriegsbeil zu begraben. „Make love not war“ zieht schon im Frühjahr 411 v. Chr. und trifft auch im Jahr 2018, angesichts der aktuellen politischen Großwetterlage, den Zeitgeist. Schon bei den Proben in der (nicht mehr sakral genutzten) Hollfelder Kirche haben Intendant Jan Burdinski, der für die Inszenierung eine eigene Textfassung erarbeitet hat, sowie seine Darsteller unübersehbar ihren Spaß – auch wegen des Sprachwitzes, den die arroganten Athener in gepflegtem Hochdeutsch und die Spartaner, „grad an“ in sattem „Fränggisch“, auf die Bühne bringen.

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