Buddhas Weg führt in den Frankenwald

Das „befreite Herz“ des Theravada Buddhismus schlägt im oberfränkischen Herrnschrot. Vor zehn Jahren gründete die Buddhistische Gesellschaft Frankenwald e.V. hier, in einem kleinen Ortsteil von Stammbach, das erste buddhistische Waldkloster Deutschlands: „Muttodaya“ ist seither ein Anziehungspunkt Sinnsuchender aus der ganzen Welt.

Ein Mittwochvormittag in Kulmbach. Ajahn Cattamalo Bhikkhu und Ajahn Mettiko Bhikkhu stehen am Kulmbacher Marktplatz. Sie sind in ihre ockerbraunen Gewänder gehüllt, die nackten Füße stecken in Flipflops. Beide tragen eine Almosenschale. Es dauert nicht lange, dann bringen ein paar freundliche Händler etwas Gemüse und Obst. Eine asiatische Frau wartet jede Woche auf die Mönche, um ihre Lebensmittelspende zu überreichen. Sie verneigt sich mit gefalteten Händen zum „Namasté“. Die Mönche bedanken sich ihrerseits für jede Gabe mit einem buddhistischen Segen. Von Dienstag bis Freitag gehen sie täglich, ob Sommer, ob Winter, mal in Herrnschrot, in Gundlitz, Weißenbach, Kulmbach oder auch Bayreuth ihre Almosenrunde („Pindapáta“). Die Ordensdisziplin („Dhamma Vinaya“) schreibt vor, daß die Mönche kein Einkommen und keinen persönlichen Besitz haben dürfen. Sie sind völlig auf die Großzügigkeit (Dāna) der Laiengemeinde angewiesen, die sie mit allem versorgt, was man für ein einfaches Leben braucht. Dabei bitten die Mönche nicht um Spenden, sondern dürfen nur entgegennehmen, was ihnen angeboten wird – außer Geld. Das dürfen die Ordinierten weder annehmen noch benutzen. Im Gegenzug dienen die Mönche den Laien – wenn die das denn wollen – als spirituelles Vorbild und Vermittler der buddhistischen Lehre.

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