Zypressen-Wolfsmilch – Euphorbia cyparissias

Unsere Serie: Heilpflanzen vom Magerrasen Aparte Pflanze mit scharfem Innenleben

Dekorativ und dezent bereichert die Zypressen-Wolfsmilch mit ihren goldgelben Scheinblüten die mainfränkischen Kalktrockenrasen von Mai bis August. Doch die aparte Pflanze hat es gehörig in sich. Das erfährt jeder, der mit ihrem ätzenden Saft in Berührung kommt. Dieser verursacht starke Hautreizungen bis hin zur Blasenbildung und hat der Gattung seiner Träger ihren Namen verschafft: Wolfsmilch, lateinisch Euphorbia. Der weiße Saft ist sozusagen beißend scharf wie das Gebiß eines Wolfes und eingenommen ähnlich gefährlich. Er enthält bei der Zypressen-Wolfsmilch das Pflanzengift Euphorbon. Dieses löst schwere Magen- und Darmkoliken aus und kann bei hoher Dosierung zum Tode führen. Der italienische Naturforscher Giovanni Antonio Scopoli berichtete im 18. Jahrhundert von einer Frau, die durch Einnahme eines halben Quäntchens (entspricht ca. 1,8 Gramm) der Wurzeldroge so schwere Vergiftungen erlitt, daß sie eine Viertelstunde später verstarb. Vor dieser Gefahr warnte schon die kräuterkundige Äbtissin Hildegard von Bingen (1098 – 1179): „Die Wolfsmilch … hat eine plötzliche Wärme, welche das Fleisch des Menschen verbrennt.“

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