Zukunft ist kein Zufall

Abseits urbaner Zentren ist im oberfränkischen Kronach einer der ungewöhnlichsten Studiengänge Deutschlands entstanden. Studenten lernen hier, wie man Zukunft gestaltet.

ZukunftsdesignFür eine „Future-Zone“ sieht es doch etwas spießig aus. Das in die Jahre gekommene, frühere Verwaltungsgebäude des TV-Geräte-Herstellers Loewe erinnert eher an die Nachkriegszeit, als an Zukunft. Dennoch: Seit letztem Jahr ist der klotzige Bau Innovationscampus und Lehrort des Masterstudiengangs Zukunftsdesign der Hochschule Coburg. „Think Tanks“ und Innovationsschmieden wie der Google Campus oder das Silicon Valley präsentieren sich heutzutage deutlich schicker – und doch kann sich das, was hier passiert, durchaus damit messen. Es ist ein bißchen chaotisch, richtig kreativ, völlig neu und dazu einmalig in Deutschland.
Die Chinesin Yuan Mei gehört zu den ersten 30 Studierenden des 2016 ins Leben gerufenen Studiengangs. Sie startet jetzt ins vierte Semester. Die 30jährige ist kein unbeschriebenes Blatt. In Peking hat sie Mediendesign studiert und sich dann als Gestalterin u. a. von Orientierungssystemen („Wayfinding-Systems“) einen Namen gemacht. Yuan Mei hatte via Internet von dem Studiengang erfahren. Kurzerhand hat sie ihre Zelte in China abgebrochen, hat sich an der Hochschule Coburg sowie für ein weiteres Studium in Wuppertal eingeschrieben und ist nach Deutschland übergesiedelt. Aktuell arbeitet sie in Kronach an einem Projekt, mit dem sie der Bevölkerungsexplosion, dem globalen Klimawandel und steigenden Meeresspiegeln nachgehen will. Dabei geht es um künftige Wohn- und Lebensformen und neue Wege des gesellschaftlichen Miteinanders. Sie hat eine Art innovatives „Hausboot“ entwickelt, wo dies alles möglich sein soll. Yuan Mei: „Ich möchte aber nicht nur die Ästhetik von Dingen gestalten. Es geht mir darum, Dinge zu entwerfen, die für die Zukunft wichtig sind und die unsere Gesellschaft voranbringen. Das lerne ich hier in Kronach.“

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