Wo rare Räder Rhythmus halten

Über Jahrhunderte prägten sie den Regnitzgrund – heute halten Idealisten die letzten Wasserschöpfräder in Schuß.

Wasserrad22

Eine deftige Brotzeit und einen ganzen Tag braucht’s, um so ein Doppelrad hochzuziehen. Nicht zu vergessen jede Menge Muskelschmalz und ein hohes Maß an Idealismus.

Ein archaisches Bild: Ein halbes Dutzend Männer balanciert auf einem Gerüst roh behauener Balken anderthalb Meter über der Regnitz. Kommandos – unverkennbar: fränkisch – wechseln zwischen Ufer und äußerstem Rand der Holzkonstruktion, schwitzend stemmt man sich gemeinsam gegen die Strömung. Sowie ein Schaufelbrett montiert, das große Zwillingsrad um den Bruchteil einer Umdrehung weitergedreht, die neue Querlatte strudelnd und gischtsprühend unter den Spiegel des Flusses taucht, die starke Regnitz das vier Meter hohe Ungetüm ruckt, muß rohe Gewalt das hölzerne Doppelrad stoppen und genau dort anhalten, wo das nächste Querholz hineingehört. Viel Werkzeug liegt hier nicht. Aber die Männer brauchen außer Kraft und Ausdauer nicht viel. Denn wie man so ein Wasserrad an einem Tag zum Laufen bringt, das weiß man an der Regnitz heute noch. Zumindest, wenn man Rolf Dürschner, Jochen Schreiber, Rudolf Bernd, Georg Letsch, Albert Stahl, Georg Scheller oder Fritz Rösch heißt.

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