Wechseln ist nicht drin

Ein fahrender Geselle lebt in seiner "Kluft" - und die muß von 1a-Qualität sein.

Wie viel die „Kluft“ kostet, wird nicht verraten. Billig, ist klar, ist sie nicht, handelt es sich doch um Maßarbeit von „Capelle“. Einige hundert Euro, läßt André Kaiser durchblicken, hat er für die guten Stücke berappt. Die Hose aus schwerem, beigen Cord, die Weste, die Jacke – alles ist so, wie André es auf der Walz braucht. „Besonders die Taschen sind wichtig“, erklärt er. Denn was ein fahrender Geselle besitzt, trägt er „am Mann“. Das „Fleppe“ genannte Wanderbuch und die Zahnbürste. Ein Notizblock mit wichtigen Telefonnummern. Und irgendwo im „Bunker“, einer speziellen Tasche an speziellem Ort, wird der Verdienst vom letzten Arbeitseinsatz versteckt. Schon während seiner Lehrzeit als Steinmetz hat der 26jährige aus Burg Stargard in Mecklenburg „herumgesponnen“, ob er sich nicht auf die Walz begeben soll. Die schlechten Arbeitsaussichten verstärkten seinen Entschluß. Seit zwölf Monaten ist André nun einer von immer zahlreicheren Gesellen, die sich drei Jahre und einen Tag auf Wanderschaft begeben.  „Fast wöchentlich kommt einer von ihnen zu mir“, erzählt Dieter Wostratzky. Der Schneidermeister, der seit zehn Jahren für „Capelle“ arbeitet, hat André soeben eine neue Kluft angepaßt. Zu seiner Zeit, erinnert sich Wostratzky, wobei er die „wilde Epoche“ Ende der 1960er Jahre meint, sei es völlig „out“ gewesen, auf die Walz zu gehen.

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