Waafen bei Kellerbier und Bratwurst

Im oberfränkischen Kulmbach feiert Frankens kulinarische Tradition Urständ.

KulmbachNeg09Ab dem letzten Juliwochenende eines jeden Jahres herrscht in Kulmbach Ausnahmezustand. Dann vollzieht sich in der Stadt zu Füßen der Plassenburg ein „heiliger Akt“: Das Stadtoberhaupt bringt mit gezielten Hammerschlägen das Festbier zum Fließen. Und die fünfte Jahreszeit in der Zeitrechnung der Oberfranken beginnt. Bayreuther Festspiele 1962. Götterdämmerung. Es ereignet sich im wahrsten Sinn des Wortes Unerhörtes: Im dritten Akt patzen die Blechbläser. Im Geraune nach der Vorstellung spricht sich herum, daß die Herren Bläser am spielfreien Vorabend traditionsgemäß im nahen Kulmbach die dort auf der Bierwoche ausgeschenkten Biere einer strengen Prüfung unterzogen hatten. Und weil es an diesem Tag heiß und schwül war, fiel diese Probe erstens ausgiebig und zweitens etwas langwierig aus. Am nächsten Abend ging dem einen oder anderen die Luft aus. Wolfgang Wagner reagierte prompt. Seither gilt die Devise: kein Bierwochen-Besuch mehr vor der Götterdämmerung.

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