Von der Nische auf die Überholspur

Noch gibt es vielfach Vorbehalte, aber die Begeisterung für die elektrische Mobilität wächst.

Der Anstieg ist steil, der Tritt in die Pedale mühsam und plötzlich zieht ein anderer Radfahrer scheinbar mühelos vorbei. Der gehört auch noch zu einer Altersgruppe, der man einen solch flotten Überholvorgang nicht zugetraut hätte. Allerdings liegt das nicht an den vermeintlich eigenen schwachen Kräften, sondern das Stichwort lautet hier: Elektromobilität. Bei den Radfahrern sind die beliebten Antriebshilfen längst angekommen. Selbst junge Leute nutzen die Motoren in ihrem E-Bike, um längere und anspruchsvolle Strecken zu bewältigen. An der Ampel trifft der ein oder andere Autofahrer mittlerweile ebenfalls auf das Phänomen, Rücklichter eines Fahrzeugs schneller zu sehen als erwartet. Elektroautos lassen bei der Beschleunigung aufgrund ihres sofort nutzbaren Drehmoments auch PS-starken Verbrennern keine Chance. Zwar sind die Elektromobilisten auf den fränkischen Straßen noch deutlich in der Unterzahl, aber die Begeisterung für die Nutzung der Elektromobilität wächst inzwischen spürbar. Im Oktober 2017 stieg bundesweit die Anzahl der Neuzulassungen von Elektro-PKW im Vergleich zum Vorjahreswert um 87 Prozent. Auch wenn die absoluten Zahlen noch niedrig sind, wird die Erfüllung der Vision von geräuscharmen und emissionsfreien Innenstädten greifbar. Diese Vision beschränkt sich nicht auf die Innenstädte. Denn letztlich geht es um Klima- und Umweltschutz für Stadt und Land. Elektroautos sind lokal emissionsfrei unterwegs. Werden sie mit Ökostrom geladen, helfen sie nachhaltig, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Daß die Elektromobilität vermehrt Zuspruch findet, liegt nicht nur an den Erschütterungen des Dieselskandals. Ein wichtiger Faktor dürfte im Ausbau der Ladeinfrastruktur liegen. Laut einer Erhebung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) stehen allein in Bayern rund 2 500 öffentlich zugängliche Ladepunkte für E-Fahrzeuge zur Verfügung. Im nordbayerischen Raum sorgt der Ladeverbund Franken+, zu dem neben dem Nürnberger Energieversorger N-ERGIE knapp 50 weitere Stadt- und Gemeindewerke gehören, für ein flächendekkendes Netzwerk an Ladestationen mit einheitlichem Zugangssystem. Rund 170 öffentlich zugängliche Ladestationen hat er in Franken sowie angrenzende Regierungsbezirke installiert, und er setzt den Ausbau in raschem Tempo fort.

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