Übersetzungen, „Sendbriefe“, „Predigten“ und „Vermahnungen“

Fünfeinhalb Monate verbrachte der Reformator Martin Luther im Jahr 1530 auf der Veste Coburg und verfaßte hier eine geradezu unheimliche Anzahl an Schriften. Darüber hinaus ist der Aufenthalt in Coburg der am besten und ausführlichsten dokumentierte Abschnitt im Leben des Reformators. Mit Recht versteht sich Coburg als Lutherstadt.

Bratwurstduft und der Geruch von Kiefernzapfen zogen nicht über den Marktplatz von Coburg. Dafür lautes Pferdegetrappel, das Rattern von Rädern schwerer Wagen auf dem Pfl aster. Stimmengewirr: am Karfreitag des 15. Aprils 1530. Kurfürst Johann von Sachsen war mit einem großen Troß in der südlichst gelegenen Stadt seiner Herrschaft mit dem Schloß auf dem Berg, der Veste, auf dem Weg nach Augsburg angekommen. Dort wird auf der Tagesordnung des von Kaiser Karl V. einberufenen Reichstages auch die Religionsfrage stehen. Begleitet wurde der Landesherr daher von 70 Edelleuten und Rittern mit ihren Knechten, Kurprinz Johann Friedrich, dem Herzog von Lüneburg, dem Fürst zu Anhalt, den Grafen von Gleichen, Henneberg und Mansfeld, adeligen und nichtadeligen Räten sowie Th eologen, allen voran Philipp Melanchthon, Justus Jonas, Georg Spalatin und Martin Luther. Vorsorglich war für 300 Pferde „Herberge bestellt“ worden.

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