Trachten in Franken

Neunkirchen am Brand / Oberfranken

Alfred und Ute Sander sowie Herbert und Elisabeth Roth präsentieren für das FRANKEN-Magazin Trachten aus dem oberfränkischen Neunkirchen am Brand. Der Ort liegt zwölf Kilometer östlich von Erlangen am Fuß des 548 m hohen Hetzlas und wird gern als das „Tor zur Fränkischen Schweiz“ bezeichnet. Mit fast 8000 Einwohnern ist Neunkirchen nach Forchheim der zweitgrößte Ort im Landkreis. Die Palette der Trachten im südlichen Forchheimer Raum ist groß. Fragt man die Neunkirchenerinnen, wie viele Trachten sie im Schrank haben, antworten sie „ich kann mich 40mal anziehen“. Wir zeigen hier historische Festtrachten aus dem 19. Jahrhundert, die nicht an normalen Sonntagen, sondern nur bei echten Festen angelegt werden: Herbert Roth (ganz rechts) trägt die Tracht des verheirateten Mannes: Typisch dafür ist der fränkische Dreispitz, der in Neunkirchen mit der „Schaufel“ nach vorn getragen wird. Die ausladenden Seitenteile sind mit schwarzen Kordeln nach oben gebunden. Die Tracht des Burschen, die Alfred Sander angelegt hat, unterscheidet sich in kurzer Jacke und bisweilen der Kopfbedeckung, einer Kappe aus Marderfell. Bei den Frauen ziehen die leuchtend bunten Schürzen und die „Ninerbindtüchla“ (oder das „Geflammte“) den Blick an, die wie ein breiter Kragen um den Hals gelegt und am Rücken verknotet werden. Damit die Bänderröcke den nötigen Stand kriegen, werden sie aus sechs Metern Stoff plisiert und auf die „Mutzn“ – eine Art Mieder mit kleinen Pölsterchen am unteren Ende – aufgesetzt (mehrere Schichten Unterröcke je nach Figur tun das übrige…). Die Festtagshaube, das weiße „Hörnertuch“, wird so gebunden, daß auf dem Kopf ein Knoten mit den beiden herunterhängenden „Schnörpfeln“ entsteht. Zum Tanzen tragen die Frauen rote Hörnertücher, Halbärmelblusen und kein „Geflammtes“ – weil man dabei auch so ordentlich ins Schwitzen kommt.

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