Rhönheimat, Dorfheimat – ein Denkstück

„Heimat“ ist wieder modern. Wenigstens der Begriff ist es, und er wird derzeit von allen politischen Richtungen strapaziert. Ist Heimat das, woher wir kommen, oder das, wohin wir wollen? Ist Heimat ein religiöses System, wie es Christian Schüle in seinem Buch „Heimat – Ein Phantomschmerz“ nahelegt? Fest steht: Das Ringen um den Begriff Heimat ist immer auch eine Form der Identitätssuche, die nie aufhört, aber für den, der Heimat hat, weniger schmerzhaft verläuft; denn alleine die Suche schmerzt und kränkt. Ja, sie ist eine Fraktur der Seele ...

Ältere Leser dieser Zeilen wurden in eine Zeit hineingeboren, in der Begriffe wie Dorf und Heimat einfach zu beschreiben waren und bereits viele Jahrzehnte in unveränderter Definition überdauert hatten.
Zu keiner Zeit aber änderten sich die Verhältnisse derart rasch wie in unserer Zeit und so blieben auch die Begriffe Heimat und Dorf nicht das, was sie waren.
Heimat bedeutet seit jeher für jeden etwas anderes. Es gab aber immer einen Grundkonsens, der klären konnte, um was es ging, wenn von Dorf und Heimat gesprochen oder geschrieben wurde.
Die Heimat von gestern ist eine andere als die von heute, und die von morgen wird wieder anders sein. Schon deswegen ist es schwierig, sich dem Phänomen Heimat zu nähern. Ist Heimat vielleicht sogar ein Begriff, der sich der eindeutigen Definition entzieht, der zurückweicht ins Ungesonderte, wenn man ihn endlich fassen will? Oder ist Heimat einfach nur die gewohnte Umgebung, in der man sich eingerichtet hat? Sollte man vielleicht besser gar nicht darüber reden?
Jedenfalls wäre alles ganz einfach, wenn man nur glauben könnte, daß Heimat dort ist, wo man uns gerne kommen und ungern gehen sieht, oder wenn jenen zu vertrauen wäre, die behaupten, daß Heimat nicht da oder dort, sondern entweder in uns oder nirgends ist.

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