Mit Pauken und Trompeten in die Welt

Der Fanfaren- und Spielmannszug aus Hofheim in Unterfranken ist ein musikalischer Botschafter – Heuer wartet Shanghai.

“Ich hatte auch einmal Spaß. Es war schrecklich.” (Diesen Ausspruch haben wir dem Dirigenten natürlich in den Mund gelegt. Schließlich hat der Fotograf die Musiker zu diesem Arrangement veranlaßt.)

Elf Fanfarenoder Spielmannszüge gibt es allein in Unterfranken, rund vierzig sind im Nordbayerischen Musikbund organisiert. Die Spielleute aus Hofheim (Landkreis Haßberge) gehören seit mehr als 55 Jahren dazu. Und wie es ihren historischen Vorbildern, einem „fahrenden Volk“, entspricht, sind sie mit ihrer Musik regelmäßig in ganz Deutschland unterwegs – und noch weiter. In diesem Jahr steht sogar ein Auftritt im fernöstlichen Shanghai auf dem Programm.
Auf das Alter kommt es dabei offensichtlich nicht an. Von den Trommlern vor ihm fast verdeckt, steht Yannick im hinteren Teil des Raums in einer Reihe mit sechs Fanfarenbläsern. Ganz vorne sitzen die Flötenspielerinnen mit ihren zierlichen Instrumenten. Im Hintergrund schlägt einer die Baßtrommel. Die Silberklänge eines Schellenbaums bilden dazu einen zarten Kontrast. Insgesamt sind die rund vierzig aktiven Musikerinnen und Musiker des Fanfarenund Spielmannszuges Hofheim ein bunt gemischter Haufen in grün-weiß-schwarzen Landsknechtuniformen. Und der elfjährige Yannick ist der jüngste von ihnen.
Schon als Sechsjähriger war es sein größter Wunsch, hier mitspielen zu dürfen. „Weil die Musik so schön ist“, wie er mit entwaffnender Logik erklärt. Ob es denn sehr schwierig sei, Fanfare zu spielen? „Klar“, erklärt Yannick selbstbewußt, denn bei einem solchen Instrument müsse man mit den Lippen die Töne bilden. Ventile oder Klappen gebe es keine. Ob er denn eines Tages von Beruf Musiker werden wolle? „Nee, wahrscheinlich nicht“, sagt Yannick. Aber er hat ja auch noch ein wenig Zeit zum Nachdenken!

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