Mit Kunst und Wein in die Zukunft

Die idyllische Kleinstadt Klingenberg am Main hat schon bessere Zeiten gesehen. Jetzt will man mit neuen Ideen wieder daran anknüpfen.

Vom Bahnhof Klingenberg über die Mainbrücke hinweg auf Alt-Klingenberg hat man nicht nur einen überwältigenden Postkartenblick auf das spätmittelalterliche Städtchen, die berühmten Weinberge, auf denen vielleicht der beste, sicher aber einer der ältesten Rotweine Frankens wächst, und die Ruine der Clingenburg mit ihren Flügelmauern, die sich bis zur Stadt ziehen. Wenn man das auf Anhieb nicht so merkt, breitet sich hier aber auch die Geschichte vom sagenhaften Reichtum der Klingenberger vor einem aus. Der kam nicht aus den Steillageterrassen aus rotem Buntsandstein an Hohberg und Schloßberg, die auch heute noch in mühseliger Handarbeit bewirtschaftet werden, sondern aus dem 1 1⁄2 km von der Stadt entfernten, 70 Meter tiefen Tonbergwerk, das seit 2011 geschlossen ist. Zur Hochzeit der Förderung durch rund 100 Bergleute 1860 bis 1914 erzielte dieser unglaublich reine, Bleistiften und Keramikglasuren beigemischte Ton solch märchenhafte Umsätze, daß die Brücke, damals die einzige zwischen Aschaffenburg und Wertheim, in eleganter Stahlkonstruktion errichtet und elektrifiziert werden konnte. Mehr noch: Die Bewohner Klingenbergs erhielten jährlich 200 bis 400 Goldmark „Bürgergeld“ (eine Goldmark ca. 10 Euro). In den letzten Kriegstagen 1945 wurde die Brücke zerstört, um die von Westen anstürmenden Amerikaner zu bremsen. Die heutige Brücke ist ein typisches Nachkriegsprodukt: nützlich, aber nicht besonders.

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