Luther trifft Echter

In Gerolzhofen treffen Reformator und Gegenreformator höchstpersönlich aufeinander – ein Wandeltheaterstück macht es möglich.

2017, im Jahr der Reformation, erinnert ein anderer Jahrestag zugleich an die Gegenreformation. Vor genau 400 Jahren, 1617, starb Julius Echter, Bischof von Würzburg und Herzog von Franken – und einer der wichtigsten Gegenreformatoren. Ihm ist zuzuschreiben, daß das Bistum Würzburg rekatholisiert wurde. So auch die Stadt Gerolzhofen. Sie – oder vielmehr ihr „Kleines Stadttheater“ – hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, in einem groß angelegten Wandeltheaterprojekt zu erzählen, was die beiden historischen Wendungen damals für die normalen Bewohner der Stadt bedeuteten. Die Uraufführung von „Du musst dran glauben. Luther, Echter und Gerolzhofen“ ist am 24. Mai.
Ideen zum Projekt sowie Unterstützung und Engagement bei der Durchführung kamen von Seiten beider Kirchen und der Stadt. Die Fäden versponnen hat letztlich Silvia Kirchhof, Intendantin des „Kleinen Stadttheaters“ und Regisseurin für das Stück. „Ich möchte Geschichte erlebbar machen“ erläutert sie eines ihrer Prinzipien. So kam ihr Plan zustande, es als Wandeltheater zu gestalten: An vier historischen Stätten wird vor vier Publikumsgruppen gleichzeitig gespielt. Alle zwanzig Minuten wandern alle Gruppen zur nächsten Station – wobei auch der Weg dramatisch gestaltet ist -, bis jede Gruppe an jedem Ort war. Schließlich treffen alle an einem fünften Platz zusammen und wohnen dort der fiktiven Begegnung von Luther und Echter bei.
Jeder Ort ist mit einem Thema der Zeit verbunden, und nicht wenige Figuren und Ereignisse haben historischen Ursprung.
An der Stadtpfarrkirche werden die Missstände deutlich, die zur Reformation geführt haben. Es gab hier sogar evangelische Predigten. Der neue Fürstbischof Julius Echter forderte dann jedoch in einem Tribunal an eben dieser Stelle die Protestanten auf, zum Katholizismus zu konvertieren oder aber den Ort zu verlassen.

Vorstellung des Theaterprojektes im Rathaus von Gerolz­hofen: (von links) Sabine Wolf, Vors. des hist. Vereins, Silvia Kirchhof, Künstl. Leit. des kleinen Stadttheaters und Regisseurin des Stücks, Thorsten Wozniak, Gerolzhofens Bürgermeister, Christine Bender, stellv. Landrätin des Lkr. Schweinfurt, Anja Weisgerber, MdB/CSU, und Beate Glotzmann, Leiterin der Touristinformation und Projektleiterin

Vorstellung des Theaterprojektes im Rathaus von Gerolz­hofen: (von links) Sabine Wolf, Vors. des hist. Vereins, Silvia Kirchhof, Künstl. Leit. des kleinen Stadttheaters und Regisseurin des Stücks, Thorsten Wozniak, Gerolzhofens Bürgermeister, Christine Bender, stellv. Landrätin des Lkr. Schweinfurt, Anja Weisgerber, MdB/CSU, und Beate Glotzmann, Leiterin der Touristinformation und Projektleiterin

anzeige

anzeige
Sie möchten den Artikel gerne zu Ende lesen?

Das Franken Magazin steht unseren Abonnenten als Online-Archiv kostenlos zur Verfügung. Wenn Sie unseren Service also in vollem Umfang nutzen möchten, abonnieren Sie am besten noch heute unsere Print-Ausgabe und erhalten den Online-Zugang gratis.

Abonnement abschließen
Ich bin bereits Abonnent

Sie können sich noch nicht entscheiden? Einige Artikel sind auch für Nicht-Abonnenten kostenlos. Hier finden Sie eine Übersicht aller kostenlosen Artikel: Zur Kategorie 'kostenlos'