Liebe Leserin, lieber Leser,

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Unser Titelbild zeigt die Steinerne Rinne bei Erasbach

bis zum Jahr 2050 ist ja noch etwas hin. Für viele beispielsweise, die heute politisch das Sagen haben, ist dieses Jahr sogar unerreichbar. Ihnen bliebe allerdings das große Gedränge an den Essensausgaben in den Metropolen der Welt ohnehin erspart. Dort träfen sich nur die Armen und Ausgegrenzten, also die große Mehrheit unter den rund neun Milliarden Menschen, die bis dahin vermutlich auf der Erde leben werden. Experten fürchten nun neuerdings wieder verstärkt, daß es kaum gelingen werde, so viele Menschen überhaupt auch nur halbwegs satt zu bekommen.

Schon jetzt ist es so, daß in acht der vergangenen fünfzehn Jahre mehr Lebensmittel verbraucht wurden, als produziert werden konnten. Freilich: Die Hälfte dieser Lebensmittel landet sowieso nicht auf dem Teller auch heute schon hungriger Menschen, sondern in den Tanks von Fahrzeugen und den Futtertrögen von Nutztieren. Es bräuchte einen verantwortungsbewußteren Umgang mit Lebensmitteln und überhaupt eine neue landwirtschaftliche Revolution und zwar schnell. Eine solche zeichnet sich jedoch nirgends ab. Dafür steuert aber die digitale Revolution (und alles, was unmittelbar damit zusammenhängt) ungebremst auf ihren „Endsieg“. Zugegeben, der Ausdruck ist hart, aber wenn man sich beispielsweise eine Liste dessen anschaut, was etwa aufgrund des sogenannten Mooreschen Gesetzes, wonach sich die Kapazität integrierter Schaltkreise alle zwei Jahre verdoppelt, in allernächster Zukunft an technischen Innovationen zu erwarten ist, dann muß man feststellen, daß rein gar nichts davon das Leben auf unserem Planeten für jeden ersichtlich verbessern dürfte. Roboter, Virtuelle Realität, Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz werden gewiß für einige wenige ein Bombengeschäft, die Probleme unserer Welt aber weder moralisch, sozial oder gar ernährungstechnisch lösen, sondern die befürchtete Situation z.B. durch weiterhin ungebremsten Raubbau an unserer Umwelt nur verschlimmern. Man kann sich nur wundern wie naiv unsere Politiker und selbst die meisten Journalisten jeden sogenannten technischen Fortschritt begrüßen, geradeso als glaubten sie, unbedingt zu den Profiteuren zu gehören. Dabei müßte heute, mehr denn je, jeder Fortschritt moralisch und sozial sorgfältig überprüft werden, und vor allem wäre das Bewährte und Funktionierende – ganz konservativ – zu erhalten.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Freude bei der Lektüre unserer neuen Ausgabe.

Wolf-Dietrich Weißbach & Stefan Kendl
Die Verleger


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