Liebe Leserin, lieber Leser,

u1-u4_Umschlag.qxdTraditionell feiern die Franken alljährlich am 2. Juli ihren Tag. Am 2. Juli 1500 wurde auf dem Reichstag zu Augsburg das damalige Heilige Römische Reich Deutscher Nation in Kreise eingeteilt. Ab 1522 hieß der Reichskreis Nr. 1 sogar höchstoffiziell „Fränkischer Reichskreis“, der dann erst 1806 mit der Eingliederung Frankens in Bayern aufgelöst wurde. Das dies wieder deutlicher ins öffentliche Bewußtsein treten soll, ist nicht zuletzt Ausdruck des gewachsenen Selbstbewußtseins der Franken. Immerhin stellen wir mit rund 4,2 Millionen ein Drittel der Einwohner Bayerns, und wir haben, wie ja wohl auch das „Franken – Magazin für Land und Leute“ stets auf’s neue belegt, neben der bloßen Anzahl noch einiges zu bieten.
Allerdings ganz so arglos sollte man nicht von einem „Frankentag“ sprechen. Darauf hat unlängst der Nürnberger Journalist Thomas Greif in einem Artikel im „Sonntagsblatt“, der Evangelischen Wochenzeitung für Bayern, hingewiesen. Es waren die Nationalsozialisten und vor allem ihr Julius Streicher, der „blutige Zar von Franken“, der mit seinen Parteikundgebungen zur Sommersonnenwende auf dem Hesselberg, dem Ausdruck „Frankentag“
einen beklemmenden Beigeschmack verlieh. Insofern ist es nur zu begrüßen, daß es gerade die bayerischen Sozialdemokraten sind, die sich schon seit längerem für einen offiziellen Frankentag (am 2. Juli) stark machen. Und gleichfalls ist zu begrüßen, daß der Frankentag in diesem Jahr im Museum für Industriekultur in Nürnberg stattfand, wo die bayerische Landesausstellung „200 Jahre Franken in Bayern“ noch bis November 2006 gezeigt wurde.
Nun: Deutschland im Fußballfieber, die Welt zu Gast …; Kultur würde auf jeden Fall taugen, all jene Fußballfans auf andere Gedanken zu bringen, deren Mannschaften verloren haben. Wenn das nicht zu unserem Titelbild paßt!? Der Badesee bei Irmelshausen in der Region Rhön-Grabfeld lädt ja schließlich dazu ein, ins kalte Wasser zu springen. Abkühlung, Erfrischung ist angesagt. Lassen Sie sich jetzt einfach von unserer neuen Ausgabe auf andere, natürlich angenehme Gedanken bringen.

Wolf-Dietrich Weißbach & Stefan Kendl
Die Verleger


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