Liebe Leserin, lieber Leser,

Unser Titelbild zeigt das Oeggtor der Würzburger Residenz in einer nebeligen Winternacht

Unser Titelbild zeigt das Oeggtor der Würzburger Residenz in einer nebeligen Winternacht

auf Seite 18 der SZ vom 22. Oktober 2014 war noch Platz. Am Wochenende wäre das seit kurzem kein Problem mehr, hatte man doch gerade den Weißraum entdeckt, aber mittwochs mußte die Lücke eben noch mit einer Meldung aus der Welt der Wissenschaft gefüllt werden, für die Forscher und Redakteure mit einem vierteljährigen Sozialdienst irgendwo, wo es wirklich keinen Spaß macht, bestraft gehörten.

Unter der Überschrift „Charakterkopf“ wird unkommentiert von einer Forschungsarbeit an der Leeds University Business School berichtet. Eine Carmen Lefevre hatte anhand von 103 männlichen und weiblichen StudentInnen herausgefunden, daß ein rundes Gesicht mit aggressivem Verhalten in Verbindung gebracht werden müsse. „Bei Männern galt diese Beziehung für körperliche und verbale Aggression, nicht aber für feindseliges Verhalten.“ Fein differenziert! „Bei Frauen war eine eher rundliche Gesichtsform besonders stark mit verbaler Aggression gekoppelt. Eine mögliche Erklärung ihrer Ergebnisse sehen die Forscher (Ob es sich um Psychologen, Orthopäden oder Experimentalnihilisten handelt, erfährt man nicht. / d. Red.) darin, daß größere und kräftigere Backenknochen ein Gesicht breiter und gleichzeitig widerstandsfähiger gegen Schlagverletzungen machen. Diese Gesichtsform könnte daher häufiger bei aggressiven Menschen vorkommen.“ Das ist Wissenschaft! Übrigens hat der SZ-Chefredakteur Kurt Kister anläßlich des Relaunchs der SZ-Wochenendausgabe im Editorial geschrieben: „Information ist beileibe nicht mehr das Hauptgeschäft der Journalisten.“ Hm, da könnte etwas dran sein; immer mehr gehen stempeln. Ob sich aber mit solchen (keineswegs einmaligen) Meldungen und wenig überzeugenden verlagspolitischen Maßnahmen (Relaunch) der Niedergang der Tagespresse aufhalten läßt?

Irgendwie ergänzend berichtet die Apotheken Umschau vom 15. Oktober 2014, daß Forscher der DukeUniversität in Durham (USA) anhand von Menschenschädeln der letzten 50 000 Jahre feststellten, daß die Augenwülste immer kleiner, die Gesichter femininer wurden. „Da Testosteron das Knochenwachstum beeinflußt, scheint es, so die Wissenschaftler, daß weniger Testosteron die Menschen kooperativer, friedfertiger (Wir erleben dies gerade! /d. Red.) und damit fortschrittlicher machte.“

Wir empfehlen: Ziehen Sie sich mit dem Franken-Magazin in eine stille Ecke zurück und warten Sie, bis es (z. B. Dummheiten, schlechtes Wetter) vorbei ist.

Wolf-Dietrich Weißbach & Stefan Kendl
Die Verleger


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