Liebe Leserin, lieber Leser

Frachtschiff auf dem Main bei Dettelbach.

Frachtschiff auf dem Main bei Dettelbach.

Mark Twain – Sie wissen, das ist der amerikanische Autor, der die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn erzählt – hieß eigentlich Samuel Langhorne Clemens. Es ist nicht sicher, ob das überhaupt ein Name und nicht etwa nur ein Geräusch ist. Eine Namensänderung macht das aber verständlich. Laut Wikipedia ist „Mark Twain” ein Ruf aus der Sprache der Mississippi-Flußschiffer. Er bedeutet: „Zwei Faden (rd. 3,65 m) Wassertiefe.“ Vielleicht wollte er damit seinen Tiefgang andeuten. Auf jeden Fall soll von ihm der Satz stammen: „Wenn der literarisch gebildete Deutsche sich in einen Satz stürzt, sieht man nichts mehr von ihm, bis er auf der anderen Seite des Atlantischen Ozeans mit dem Verb zwischen den Zähnen wieder auftaucht.“ Müssen wir uns Sorgen machen? Ist das witzig?
Na gut, irgendwie witzig ist das möglicherweise. Schließlich sollten wir uns in Sachen Humor – so als Deutsche – ohnehin kein eigenes Urteil zutrauen, denn angeblich haben die Deutschen keinen bzw. nur ein bißchen Humor. Das wurde erst jetzt wieder deutlich. Die BBC hatte von 253 Filmkritikern aus 50 Ländern die 100 lustigsten Filme aller Zeiten wählen lassen. Darunter waren – Sie ahnen es – nein: nicht gar keine, sondern nur zwei deutsche – aus Asien, Afrika, Lateinamerika und Australien waren es keine. Die allerallermeisten kamen aus dem englisch-amerikanischen Sprachraum. Allerdings waren es auch zumeist ältere Filme. Auf Platz eins rangiert Billy Wilders Klassiker „Some Like It Hot“ aus dem Jahr 1959. Was den Verdacht nährt, daß es mit dem Humor und Großbritannien und den USA auch nicht mehr zum besten bestellt ist. In der Tat sind gerade Jerry Lewis und der Comedian und Bürgerrechtler Dick Gregory gestorben. Dafür ist Donald Trump Potus und Boris Johnson Außenminister der Briten.
Vielleicht bricht gerade weltweit das Jahrhundert an, in dem wir alle nichts mehr zu lachen haben. Vielleicht sollten wir aber auch nur den Briten und Amerikanern etwas auf die Sprünge helfen – nicht nur in Sachen Humor. Bis diese Frage entschieden ist, ändern wir nichts. Das Franken-Magazin ist natürlich nicht direkt witzig. Es ist unterhaltsam, informativ, eine schöne Zeitschrift mit der Sie entspannt etwas Zeit verbringen können.

Wolf-Dietrich Weißbach & Stefan Kendl
Die Verleger


Zur Übersicht der Artikel Sept / Okt 2017