Liebe Leserin, lieber Leser …

Bildschirmfoto 2017-05-14 um 12.24.36das nennen wir mal einen Frühling! In den Baumärkten gehen die Setzlinge über die Theke wie gedopt. Die Straßencafés protzen mit exotischen Sprachkenntnissen: Café latte, Muffins, Bagels. Junge Leute mit schrill-weißen Kopfhörern stehlen den gewöhnlichen Smartphonikern die Schau. Und praktisch den ganzen April über gab es kein Thema, das die politischen Lager so richtig gegeneinander aufbrachte. Jedenfalls jagten kaum anständige Deutsche die „Lügenpresse“ vor sich her.
Freilich: Wieder Giftgas und Bomben in Syrien, ein paar Millionen Hungernde im Jemen; da nahe an einem Atomkrieg und dort die üblichen Verdächtigen auf dem Mittelmeer in Seenot. Business as usual.
Gut, die Türkei! Immerhin wissen wir jetzt, daß wir in Deutschland neben zehn bis fünfzehn Prozent nicht integrierten, echt-deutschen Wählern noch ein paar Millionen nicht integrierte Nichtwähler aus Erdoganien haben. Und prompt wundern sich die Kommentatoren einmal mehr, daß so viele Menschen den alternativen Fakten auf den Leim gehen.
Allmählich kommen einem allerdings Zweifel, ob das wirklich so ist. Sind das wirklich alles Verführte, Benachteiligte, die unseres Mitgefühls bedürften? Oder handelt es sich bei den Anhängern aggressiver, radikaler Ideologien um Zeitgenossen, die sich von anderen politischen Verhältnissen, vor allem die Möglichkeit erhoffen, ihre egoistischen Interessen selbst im Kleinen rigoroser ausleben zu können? Die alles, nur nicht integriert werden wollen, brächte ihnen das doch womöglich nur Nachteile. Wir werden darüber nachdenken, werden bangen Herzens nach Frankreich schauen und engagiert und sorgfältig an unserer nächsten Ausgabe arbeiten. Sie wissen schon: Global denken, lokal handeln! In diesem Sinne empfehlen wir Ihnen unsere neue Ausgabe.

Wolf-Dietrich Weißbach & Stefan Kendl
Die Verleger


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