Liebe Leserin, Lieber Leser

Unser Titelbild zeigt Zuschauer beim 1. Fränkischen Mundart-Festival in Burgbernheim

Unser Titelbild zeigt Zuschauer beim 1. Fränkischen Mundart-Festival in Burgbernheim

… Tür zu! Sie sind jetzt im neuen Jahr! Was gäben Sie nun nicht, könnte wenigstens einiges aus dem vergangenen Jahr mit einem Schnipp ungeschehen gemacht werden. Sie überlegen? Wie wäre es mit Aleppo? Trump? Es gibt so viel, daß man ja wirklich Mühe hat, bei der Auswahl. Tatsächlich ist das Neue Jahr jedoch gar kein Einschnitt, keine Zäsur. Es geht ohne Punkt und Komma weiter. Es bleibt kaum Zeit zum Atemholen. Wir wissen nun zwar, daß sich skrupellose Machthaber einfach alles erlauben können. Und wir wissen, daß es viele Zeitgenossen gibt, die bereit sind, Gespenster aus der Vergangenheit (die US-Milliardär-Regierung haben wir schon angedeutet) wie Putin, Duterte, Erdogan, Wilders, LePen, Petry oder wie immer sie heißen mögen, ganz gewiß zum eigenen Nachteil zu unterstützen bzw. zu wählen. Und wir sehen: Überall um uns herum wird gezündelt.
Und wir knabbern an unserem Schäufele, amüsieren uns darüber, wie die Coburger Klöße auf unserem Teller umherlaufen, diskutieren mit dem gebackenen Karpfen über die Wasserqualität der Himmelsweiher, vielleicht degustieren wir noch das neueste, original-fränkische Craftbeer. Auf jeden Fall sind wir froh, in einem Land zu leben, in dem selbst Landesväter kaum größeren Schaden anrichten können. Noch jedenfalls. Vielleicht aber sollten wir überlegen, was zu tun ist, damit das auch so bleibt.Viel bräuchten wir, wollen wir nicht aus unserer bürgerlichen Existenz ausbrechen (und dazu hat erstens nicht jeder den Mut und oft erweist sich gerade das sogar als kontraproduktiv), wohl gar nicht tun: Moral und Anstand und Zivilcou­rage. Anderen helfen, wo wir können, nicht einfach nur die eigenen, egoistischen Interessen durchsetzen (die Rechnung geht nur für schlechte Menschen auf und das aber nicht immer), und gegen Ungerechtigkeiten deutlich aufbegehren. Besonnen handeln, wie der Ausdruck schon verrät, dann wird sie uns auch weiterhin scheinen. Zumindest hoffen und wünschen wir dies uns und Ihnen!
Unser Titelbild entstand bei einem Stau auf der A3. Die Umleitung führte durch Mühlhausen im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Ist auch schön! Viel Freude beim Lesen unserer neuen Ausgabe.

Wolf-Dietrich Weißbach & Stefan Kendl
Die Verleger


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