Liebe Leserin, lieber Leser,

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Unser Titelbild zeigt den Hortus Insectorum im mittelfränkischen Beyerberg.

… wär’s doch nur Morgenluft! Stattdessen scheint überall am Horizont Pulverdampf aufzusteigen. Die Zeichen stehen auf Sturm, auf Streit, Konflikt. Keiner traut mehr den anderen. Selbst Verbündete mißtrauen und bespitzeln sich. Die Nachrichtenlage ist so unerquicklich wie lange nicht. Vor allem die Tonlage in nahezu allen politischen Sphären wird immer aggressiver. Putin gegen Obama wegen der Atomsprengköpfe; China gegen die USA wegen Hackerangriffe; Putin gegen Merkel über die Beutekunst; die Schlesier wollen wieder einmal eine Entschuldigung für ihre Vertreibung; zwischendurch drohen türkische Minister Angela Merkel mit überirdischen Strafen, weil sie kritisiert, daß Erdogan die ohnehin noch nicht lupenreine, türkische Demokratie zerschlägt und damit – ganz nebenbei: was Frau Merkel aber gar nicht so unrecht ist sein Land von der EU wegprügeln läßt; dann wäre da noch Syrien, Palästina, Brasilien, Ägypten, Ungarn und der Dauerbrenner Eurokrise, und weit und breit keine Stimme, die zur Mäßigung aufriefe und vor allem die nötige Autorität dafür besäße.

Kurzfristig wollte man meinen, daß die gegenseitige Hilfe, die die Menschen angesichts der Hochwasserkatastrophe zeigten vielleicht sogar als Modell z.B. für Europa dienen könnte. Wäre es nicht mit gegenseitiger Hilfe, mit Solidarität möglich, in einem gemeinsamen Kraftakt auch die Jugendarbeitslosigkeit in den südeuropäischen Ländern in den Griff zu bekommen. Müßte man nicht alles daransetzen, den Menschen auch dort eine Perspektive zu eröffnen? Könnte man nicht, statt immer nur die Wirtschaft in den Vordergrund zu stellen, wenn es nötig ist, auch einmal das Soziale zum obersten europäischen Ziel erklären? Wohl nicht! Das wäre, als würde man Politiker wollen, die nicht nur an sich selbst dächten. Die gibt es eben nicht. Eigentlich schade um so schöne Ideen wie Europa, Frieden, Völkerverständigung. All das hat natürlich auch mit Franken zu tun, denn Sie kennen bestimmt das Sprichwort: „Es kann der Bravste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ Das gilt übrigens immer wechselseitig. Na gut, wir laden Sie erst einmal dazu ein, das eine oder andere in unserer neuen Ausgabe zu lesen. Seien Sie versichert, wir wollen auch mit unserer Arbeit dazu beitragen, die Welt wenigstens ein klein bißchen besser zu machen.

Wolf-Dietrich Weißbach & Stefan Kendl
Die Verleger


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