Leben nach der inneren Uhr

Die Kurstadt Bad Kissingen bemüht sich, der menschlichen Chronobiologie gerecht zu werden. Vor zweieinhalb Jahren wurde das ehrgeizige Projekt „ChronoCity“ in Angriff genommen.

Michael-Wieden

Michael Wieden

Aufstehen, wenn man aufgewacht ist. Was so selbstverständlich klingt, ist vielen Menschen nicht vergönnt. Morgen für Morgen reißt sie der Wecker aus dem Schlaf. Daß dies auf Dauer ungesund ist, ist inzwischen wissenschaftlich belegt. Die Gesundheits- und Kurstadt Bad Kissingen hat es sich daher auf ihre Fahnen geschrieben, der inneren Uhr ihrer Bewohner und Gäste mehr Beachtung zu schenken. Vor knapp 2 1⁄2 Jahren wurde das Projekt „ChronoCity“ ins Leben gerufen. Schnell mußte man dabei aber feststellen, daß es gar nicht so leicht ist, gegen den Strom der allgemeinen sozialen Zeit zu schwimmen.
Der das Thema in die Stadt gebracht hat, hatte selbst lange unter willkürlich vorgegebener Zeit zu leiden. Angestellt in einem großen Unternehmen, mußte Betriebswirtschaftler Michael Wieden (49) seinen Wecker täglich auf sechs Uhr stellen, um erwartungsgemäß um acht am Arbeitsplatz zu sitzen. Und hatte, wie viele andere Menschen, Mühe, sich die ersten zwei Stunden zu konzentrieren. 2002 erfuhr er von der Existenz einer genetisch bedingten inneren Uhr. Seitdem beschäftigt ihn die „Chronobiologie“, die natürliche Rhythmen in Zusammenhang mit Tageslicht erforscht. Er machte sich selbständig, um seinem eigenen Rhythmus mehr entsprechen zu können, schrieb darüber Bücher („Liquid Work“, „Chronobiologie im Personalmanagement“), trug sein Thema bei einem Wirtschaftsjuniorentreffen in Bad Kissingen vor und erregte die Aufmerksamkeit von Oberbürgermeister Kay Blankenburg.

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