Klein-Eden liegt im Frankenwald

Millionenstädte wie Shanghai, Hongkong oder Singapur haben es schon längst entdeckt: das „Urban Farming“. Leerstehende Industriefl ächen in den Städten werden dabei landwirtschaftlich genutzt. Auf Kuba gehört der Stadtacker sogar zum politischen Programm. Die New Yorker bauen Spinat und Mangold auf den Dächern ihrer Hochhäuser an. Und am Berliner Moritzplatz, zwischen Kreuzberg und Mitte, hacken, rupfen und wühlen ambitionierte Bewohner im Humus und bauen auf einer Brachfl äche Biogemüse an.

Tropische Früchte, zum Beispiel Bananen, wachsen auch im Frankenwald. Allerdings muß ein Gewächshaus drumherum gebaut und kräftig geheizt werden.

Tropische Früchte, zum Beispiel Bananen, wachsen auch im Frankenwald.
Allerdings muß ein Gewächshaus drumherum gebaut und kräftig geheizt werden.

Grün, wohin man sieht! Durchquert man den Landkreis Kronach in Richtung Norden, glaubt man sich in eine andere Welt versetzt. Hier hat der Mensch noch nicht ganz den Kampf gegen die Natur gewonnen. Auf der Kammlinie des nördlichen Frankenwaldes, entlang eines der ältesten Rennwege im deutschsprachigen Raum, dem 168,3 Kilometer langen Rennsteig, sieht man über weite Strecken nur Wald. „Bayerisch Sibirien“ nennen Kritiker die Gegend, in der es immer ein wenig kälter ist und die Winter länger dauern, als andernorts. Steile Berge sind wie mit einem dichten, grünen Pelz bewachsen, dazwischen tief eingeschnittene Wiesentäler. Die Natur wirkt hier übermächtig. Ungezähmt. Kaum möglich, daß sich je ein Mensch hierher verirrt hat. Hat er aber doch. Fährt man weiter, Richtung bayerisch-thüringische Grenze, dann stößt man auf den Markt Tettau. Und plötzlich steht da am Waldrand ein futuristisch anmutendes Bauwerk aus Glas. Die moderne Architektur fügt sich wunderbar in das satte Grün. Und doch wirkt es ein bißchen wie ein Fremdkörper, neben den eher traditionellen Häusern in der Umgebung. Der rund 3 500 Quadratmeter umfassende Bau nennt sich Klein- Eden – und ist ein Tropenhaus. Hier wachsen u. a. subtropische und tropische Früchte. Außerdem werden in Klein-Eden Nilbarsche gezüchtet. Mitten im sonst so rauhen Frankenwald.

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