… keine Chance in der Gräfenberg-Zone

Das idyllische Städtchen Gräfenberg im Landkreis Forchheim ist berühmt für sein Bier, den Ritter Wirnt von Grafenberc, einem mittelalterlichen Minnesänger, und irgendwie den G-Punkt. Der zeitweilige Neonazis-Spuk von 1999 bis 2009 wurde von einer entschlossenen Bürgerschaft beendet.

Ein Bummel durch Gräfenberg ist kein Spaziergang. Denn zwischen seinem tiefsten Punkt, dem G-Punkt, und seinem höchsten, dem Luitpold-Denkmal, liegen satte 110 Höhenmeter. Der pulsbeschleunigende Weg lohnt sich trotzdem, denn bergan läßt sich allerlei Spannendes erkunden: der Fall der Kalkach, die alte Stadtmauer, ein hübscher Marktplatz und Gäßchen, in denen sich vor einigen Jahren regelmäßig einige Hundertschaften Polizisten tummelten, ein denkmalgeschütztes Scheunenviertel, und – gegenüber dem Luitpold-Denkmal – das Kriegerdenkmal, der neuralgische Punkt der Stadt. Warum? Dazu später. Zunächst: Sie haben richtig gelesen. In Gräfenberg ist der G-Punkt nicht nur ohne weiteres auffindbar, sondern von Mitte April bis Anfang Oktober auch zugänglich, immer mittwochs bis sonntags zwischen 14 und 20 Uhr. Er befindet sich im Bahnhofsgebäude, also ziemlich genau dort, wo der automobilmeidende Nürnberger die „Gräfenbergbahn“ verläßt. Er landet gewissermaßen direkt in der „Gräfenberg-Zone“, wie der Punkt auch genannt wird, den Dr. Ernst Gräfenberg 1950 inmitten des weiblichen Körpers entdeckt haben will. In der Gräfenberger Gräfenberg-Zone kann man lokale Bier-, Likör-, Spirituosen- und Marmeladenspezialitäten erstehen, die Namen tragen wie „Verbotene Früchte“, „Herbe Verführung“ oder „Pure Lust“. Der Erwerb ist freilich erst für den Rückweg zu empfehlen, denn der Weg, der dem Gräfenberg-Forscher bevorsteht, ist, wie gesagt, steil.

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