Good bye, Amis!

Jetzt gehen sie doch tatsächlich. Ein ganz persönlicher Bericht.

Feixend kam meine Großmutter in die Küche. Eine Hand vor dem Mund, wie ein schüchternes Mädchen, das nicht umhin kann, etwas Unartiges zu sagen, fast tuschelnd: „Mein Gott, ist der schwarz.“ Dann lachte sie Tränen, stellte sich an ihren Herd und brutzelte – als wollte sie das Rassenproblem ein für allemal lösen – dem exotischen Gast ein derart riesiges Schnitzel zu einer Halde Bratkartoffeln, daß einfach jeder vor Schreck erblaßt wäre. Ganz sicher war sie nicht, ob der junge Mann, der seinerseits gewiß erkundete, ob er hier wohlgelitten wäre, wirklich ein Schnitzel wollte. In ihren Anfängen als Wirtin verstand meine Oma kein Wort einer fremden Sprache. Dennoch: Wenn damals Amerikaner oder Italiener die Gaststube des „Walfisches“ in Etwashausen bei Kitzingen betraten, putzte mein Großvater sofort hektisch die Theke – Edelstahl duldet keine Unterbrechung – und rief meine Großmutter. Ihr Lachen brauchte keinen Dolmetscher. Und sie war überzeugt, daß alle jungen Männer am liebsten Schnitzel äßen.

anzeige

anzeige
Sie möchten den Artikel gerne zu Ende lesen?

Das Franken Magazin steht unseren Abonnenten als Online-Archiv kostenlos zur Verfügung. Wenn Sie unseren Service also in vollem Umfang nutzen möchten, abonnieren Sie am besten noch heute unsere Print-Ausgabe und erhalten den Online-Zugang gratis.

Abonnement abschließen
Ich bin bereits Abonnent

Sie können sich noch nicht entscheiden? Einige Artikel sind auch für Nicht-Abonnenten kostenlos. Hier finden Sie eine Übersicht aller kostenlosen Artikel: Zur Kategorie 'kostenlos'