Glyptothek München – Gefährliche Frauen

Ob Mitarbeiter der Münchner Glyptothek den etwas mitgenommenen männlichen Torso von Belvedere absichtlich neben Marcia Furnilla, der Ehefrau des römischen Kaisers Titus (39 bis 81 n.Chr.), zwei Varianten der Aphrodite von Knidos, die Originale – das Bild zeigt Gipsabgüsse – sollen von dem bekannten griechischen Bildhauer Praxiteles (390 bis 320 v.Chr.) stammen, und der Venus von Milo (ganz links) stellten, um womöglich zu verdeutlichen, wie anstrengend schöne Frauen sein können, entzieht sich unserer Kenntnis. Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte und erst 1972 wiedereröffnete Gebäude besitzt Skulpturen, Mosaike und Reliefs von archaischer Zeit (ca. 650 v. Chr.) bis in die spätrömische Zeit (ca. 550 n. Chr.).
Die Glyptothek in München ist das einzige Museum auf der Welt, das allein der antiken Skulptur gewidmet ist – sie gilt als eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen griechischer und römischer Kunst. Der Name „Glyptothek“ ist ein modernes Kunstwort. Es ist gebildet aus den altgriechischen Wörtern „glyphein“ (meißeln) und „theke“ (Ablage), bezeichnet also einen Aufbewahrungsort für Skulpturen. Nun, selbst wenn das Arrangement zufällig entstanden sein sollte – wie gesagt, es handelt sich um Gipsabgüsse – die Ansammlung von Göttern, Göttinnen, Kaisern, Dichtern und Denkern zieht einen unweigerlich in seinen Bann.

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