Für eine Handvoll Alu-Scheibchen

Biermarken sind nicht nur Geschichte, sie erzählen auch Geschichten

Biermark006Wie sich die Zeiten ändern! Chips würde man sie heute nennen, und selbstverständlich wären sie aus Plastik mit einem Strichcode am Rand. Damals, als sie noch massenhaft im Einsatz waren, hießen sie schlicht „Biermarken“. Sie waren rund, eckig oder oval, aus Messing, Aluminium oder später tatsächlich aus Kunststoff, trugen die Namen von Brauereien oder Wirtshäusern und dienten als begehrte Gutscheine oder als Rechenhilfe für gestreßte Kellnerinnen und Kellner. Gudrun Berndt, Chefin einer Würzburger Traditionsgaststätte, kann sich noch gut an jene Zeit erinnern, als die Bedienungen am Schanktisch frisch gezapfte Biere gegen Biermarken eintauschten. Die damit verbundene
Idee war so einfach wie genial und hatte sich bereits Mitte des 19. Jahrhunderts verbreitet. Zu Beginn ihrer Schicht bekamen die Kellnerinnen von den Wirtsleuten Biermarken ausgehändigt – vielleicht nur eine Handvoll, falls in der Gaststube wenig los war, oder gleich einen Packen mit hundert Stück, wenn sich am Abend auf dem Tanzboden die Paare drängten und die Burschen ordentlich Durst bekamen.

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