Fremde Heimat Kirgisistan

Im „Theater Augenblick“ verarbeitet Regisseur Stefan Merk Annas Geschichte. Dafür reiste er mit der Schauspielerin nach Zentralasien. Anna ist ein Mensch mit einer geistigen Behinderung.

Kirgisistan – nicht nur auf der Landkarte war für Anna die alte Heimat unsagbar weit entfernt. Mit 25 Jahren war die junge Frau mit ihren Eltern und ihrer Schwester nach Deutschland gekommen. 20 Jahre ist das her – solange hatte sie die Heimat nicht gesehen. Und doch waren Kindheit und Jugend in Zentralasien für die schüchtern wirkende Frau ständig präsent. Annas Problem: Ihr fällt es manchmal schwer, ihre Gedanken und Gefühle in klare Worte zu fassen. Ja, sie erzählt, gelegentlich auch sehr konkret und anschaulich von Kühen und riesigen Gebirgen, von der Küche im Heim, von einem Bruder, der an Tuberkulose starb, von der Ermordung des Opas, von einer klaren Trennung zwischen Männerund Frauenwelten. Doch nicht immer begreift ihre Umwelt, worüber sie spricht. Vermutlich war es Sauerstoffarmut, die bei Annas Geburt eine geistige Behinderung verschuldete – vielleicht auch die Infektion eines Hundebisses in früher Kindheit.

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