Eines von neunen

Über Jahrhunderte bestimmte die Adelsfamilie von Redwitz maßgeblich die Geschicke des kleinen Ortes Küps bei Kronach in Oberfranken.

Im Frankenwald, auf einem mächtigen Sandsteinfelsen gebaut, findet man das „Neue Schloß.“ Es gehört zu der knapp 8 000 Einwohner zählenden Marktgemeinde Küps. Diese hat, bezogen auf ihre Einwohnerzahl, etwas ganz Besonderes vorzuweisen, nämlich neun Schlösser, die hier errichtet wurden. Der Grund dafür ist der Fluß Rodach, der in unmittelbarer Nähe vorbeifließt und in früheren Zeiten zum Transport des hier geschlagenen Holzes genutzt wurde. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Adelssitz 1151. Der Name derer von Redwitz taucht in den alten amtlichen Unterlagen in Verbindung mit Küps 1248 auf. Dieser einflußreiche, fränkische Adel ist seither untrennbar mit der Geschichte der Ortschaft verbunden. Die Freiherren und -frauen derer von Redwitz gehören zu den ältesten Adelsfamilien der reichsfreien Ritterschaft Frankens. Wie das „Neue Schloß“ in den Besitz dieser Nobilität gekommen ist, kann heute nicht mehr nachvollzogen werden. Besitzverschiebungen durch das Lehenssystem, Schenkungen, Erbschaft und Heirat sind der Grund dafür. Jedoch waren es nachweislich die Ritter Johannes und Hermanus, also Angehörige derer von Redwitz, welche die erste Kirche in Küps bauen ließen. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts konnten sie außer dem Neuen Schloß noch die Schlösser Theisenort, Weißenbrunn, Schmölz, Burkersdorf, Tüschnitz, Hain und Oberlangenstadt ihr eigen nennen. Im Jahre 1525 wurde das Herrschaftsanwesen im Zuge des Bauernkriegs zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte wahrscheinlich 1526, wie die Jahreszahl am Eisturm vermuten läßt. 1730 lag das Neue Schloß dann wiederum in Trümmern und wurde von Sigmund Karl von Redwitz instandgesetzt. Der Architekt war damals kein geringerer als der berühmte Baltasar Neumann.

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