Ein Genie dank Handicap

Eine Ausstellung im Metropolitan Museum of Modern Art in New York widmet sich dem Werk des in Ansbach geborenen Matthias Buchinger (1674 – 1739), der trotz eines genetisch bedingten Extremitäten-Defektes alsTrickkünstler, Kalligraph, Meister der Mikrographie und Multiinstrumentalist Weltruhm erlangte.

handicap-hochkantThe Greatest German Living“. Was für ein verheißungsvoller Titel, mit dem ein werbender Handzettel protzt! Superlative und Unglaubliches folgen, um einen Mann zu zelebrieren, dessen Auftritt alle Zuschauer in atemloses Erstaunen versetzen soll. 1726 wurde dieser Flyer früherer Zeiten in London gedruckt. Grelles Jahrmarktgeschrei? Könnte man meinen, doch taucht man ein in die Biographie des so gerühmten, heute eher unbekannten Franken, so muß man direkt mit einstimmen. Gelegenheit dazu bietet eine derzeit laufende (noch bis 11. April) Ausstellung im Metropolitan Museum of Modern Art in New York. Unter dem Titel „Wordplay. Matthias Buchinger’s Drawings from the Collection of Ricky Jay“ sind 16 Zeichnungen und Stiche von der Hand Buchingers zu sehen. Zur Zeit des Werbegedichtes be ndet sich der 52jährige auf dem Zenit seines Ruhms. Er hat mit seinem vielseitigen Können als Trickkünstler, Kalligraph, Meister der Mikrographie, Multiinstrumentalist und Geduld aschen-Pionier an den wichtigsten Höfen Westeuropas brilliert, wurde schon mit mehreren Nachrufen bedacht und nur wenige Monate zuvor Vater seines zwölften Kindes – geboren von der vierten Ehefrau.

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