Ein durchlässiger Grenzwall: der Obergermanisch-Raetische Limes

Das kürzlich wiedereröffnete renovierte Römermuseum in Weißenburg, Limes-Wander- und Radwege, allerlei sommerliche Römerspektakel locken gerade jetzt ins Altmühltal, an den „bayrischen“ Limes.

Letztlich ist Varus an allem schuld. Als er beim Versuch, die Elbe zu erreichen, im Jahre 9 nach Christus wohl in der Gegend des heutigen Osnabrück von Germanenstämmen unter Arminius verheerend geschlagen wurde und um die 20 000 Mann verlor, hatten die Römer genug von weiteren Expeditionen in das Gebiet östlich des Rheins und nördlich der Donau. Noch rund hundert Jahre später beschrieb der Historiker Tacitus in seiner „Germania“ das Land sei „ohne Reiz im Aufbau seiner Landschaft und rauh im Klima“, seine
„Bearbeitungsmöglichkeiten kümmerlich“ und sein „Gesamteindruck niederdrückend“. Was sollte ein zivilisierter, sonnen- und luxusgewöhnter Römer in und mit einer solchen Gegend anfangen? Hinzu kam, ein „nasser Limes“, ein durch einen breiten Fluss wie Rhein und Donau gebildeter „Grenzweg“ oder eine „Schneise“ – nichts anderes bedeutet „Limes“ – war besser zu überwachen als auf dem Land gezogene Territorien. Doch der Weg vom römisch besetzen Germania superior ins ebenfalls römische Raetien war weit. Man mußte am Rhein entlang bis nach Konstanz und den Bodensee passieren. Um diesen Weg zu verkürzen, und auch um die Kornkammer Wetterau in Besitz zu nehmen, schob man nach und nach die Grenzen in rechtsrheinische Gebiete und im Norden bis ins heutige Altmühltal vor. So entstand der Obergermanisch-Raetische Limes (ORL), die 550 km lange Außengrenze des Römischen Reich von Rheinbrohl bis Kastell Eining an der Donau.

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