Ein Dirndl ist noch keine Tracht

Die Tracht als „temporäre Gruppenkleidung“ kommt wieder in Mode und wird zum Teil neu erfunden.

Gott sei Dank, ich bin a Frank.“ Frankenaufkleber wie diese sind zur Zeit in. Franken wollen keine Bay­ern sein, „Frei statt Bayern“ oder doch zumindest dessen Auslese: „Franken, Bayerns Elite“. Allerorten besinnt man sich wieder auf das eigentlich Fränkische und die Heimat. Aber gilt das auch für die Kleidung? J-ein, viele tragen gerne wieder Dirndl oder Lederhose, aber nicht jedes Dirndl ist gleich eine Tracht und schon gar keine fränkische. „Außer Mieder, Schürzen und einem weiten Rock haben diese Dirndl wenig mit einer Tracht gemein“, meint die mittelfränkische Trachtenberaterin Evelyn Gillmeister-Geisenhof. Und Lederhosen gab es zwar auch in Franken, aber die waren nicht aus Hartleder, sondern aus weich gegerbtem Leder. Was also ist das eigentlich genau, eine Tracht? „Die Tracht ist das, was getragen wurde, das ganz normale Gewand, das die Leute angezogen haben“, erklärt Gillmeister-Geisenhof. In Mittelfranken habe auch keiner von Tracht gesprochen, man ging entweder „bäuerisch oder städterisch“. Folgerichtig gab es für Gillmeister-Geisenhof auch keine Region ohne „Tracht“, denn auch in armen Gegenden „haben die Leute ja was angezogen“.

anzeige

anzeige
Sie möchten den Artikel gerne zu Ende lesen?

Das Franken Magazin steht unseren Abonnenten als Online-Archiv kostenlos zur Verfügung. Wenn Sie unseren Service also in vollem Umfang nutzen möchten, abonnieren Sie am besten noch heute unsere Print-Ausgabe und erhalten den Online-Zugang gratis.

Abonnement abschließen
Ich bin bereits Abonnent

Sie können sich noch nicht entscheiden? Einige Artikel sind auch für Nicht-Abonnenten kostenlos. Hier finden Sie eine Übersicht aller kostenlosen Artikel: Zur Kategorie 'kostenlos'