Die Sache mit dem Christkind

Beim Nachdenken über das Nürnberger Christkind drängt sich immer die eine Frage auf: Warum ist es eigentlich weiblich? Oder genauer gesagt: Warum wird es meist von einem 17jährigen Mädchen gespielt?

Schon als Kind – in Nürnberg geboren – kam ich mit dem weihnachtlichen Personal nicht zurecht. Man sagte mir in der Adventszeit: Schreib’ eine Wunschliste ans Christkind! Schön und gut. Wunschliste war klar. Aber mein Gegenüber, der Adressat dieser Liste, war mir rätselhaft. War das Christkind nicht das kleine Baby in der Krippe? Was sollte ein Baby mit meinen Wünschen anfangen? Dann waren wir, meine Eltern und ich, mal auf der Eröffnung des Christkindlesmarkts. Ich war natürlich äußerst gespannt, denn ich wußte: Das Christkind würde erscheinen. In dem Gedränge sah ich allerdings außer Mänteln, Anoraks, Taschen und Rucksäcken gar nichts, nur irgendwann ein Blitzen – vermutlich ein profaner Kamerablitz. Dieses Blitzen hielt ich für das Christkind und wäre von nun an völlig zufrieden gewesen, um nicht zu sagen ehrfürchtig. Das Christkind war offenbar wirklich etwas Heiliges, so heilig, daß es auch meine Wünsche erfüllen konnte.

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