Die Pilgerfahrt zu Bach

Von Pommersfelden nach Ansbach –

Daß der letzte Tropfen Benzin zu den lang entbehrten Kunstschätzen des Frankenlandes verfahren wurde, versteht sich von selbst.“ Noch 40 Jahre später erinnerte sich Gisela Dyckerhoff genau. Die Wiesbadenerin gehörte 1947 zu den Besucherinnen der ersten Bachwoche. Die fand noch nicht in Ansbach statt, sondern im Schloß der Grafen von Schönborn in Pommersfelden. Erst nach dieser Premiere siedelte die Bachwoche um; 1948 konnte die Musikfreundin mit vielen hundert Gleichgesinnten „durch die schmucken Straßen des fränkischen Städtchens schlendern, vorbei an der stolzen Fassade des barocken Schlosses hin zum Hofgarten mit seinen entzückenden Blumenbeeten und dem herrlichen Bau der Orangerie …“
Die lang entbehrten Kunstschätze des Frankenlandes! Fast meint man, in diesem Seufzer den Dichter Viktor von Scheffel zu hören, der tief im 19. Jahrhundert mit Stab und Ordenskleid ins Land der Franken fuhr und die schöne Sommerzeit besang. Franken, romantischer Sehnsuchtsort der Deutschen! Noch früher, just als Ludwig Tieck und Wilhelm Heinrich Wackenroder die Fränkische Schweiz entdeckten, war in Berlin ein Komponist wieder ins Licht getreten, der den klassischen und romantischen Musikern Maß und Ziel geben sollte: Johann Sebastian Bach. Mit Franken hatte der 1750 verstorbene Thomaskantor allerdings nichts am Hut. Außer vielleicht, daß er sich 1748 bei seinem in Schweinfurt lebenden Neffen Johann Elias Bach für ein „Fäßlein Mostes“ bedankte und zugleich süßsauer anmerkte, daß dieses „entweder durch die Erschütterung im Fuhrwerck oder sonst Noth gelitten“ und deshalb „von dieser edlen Gabe Gottes“ mehr als „das geringste Tröpfflein“ verschüttet worden sei …

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