Die Pension der Welt-Literaten

Vor 60 Jahren logierten Hemingway, Döblin, Dos Passos und weitere Größen der Literatur als Berichterstatter der Nürnberger Prozesse im Jugendstilschloß der Grafen von Faber-Castell in Stein.

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Rasende Reporter: Am 1. Oktober 1946 hatte der Fotograf diese Korrespondenten im sucher, als sie zu den Telefonen rennen, um den Agenturen diekurz zuvor verkündeten Todesurteile gegen zwölf Hauptkriegsverbrecher zu melden.

George W. Harold hatte dick aufgetragen. 1945 meldete der US-Star-Journalist aus Nürnberg scheinbar Unmögliches ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten: „Als ich morgens in den Gemeinschaftswaschraum gehe und nach dem Becher mit meiner Zahnbürste greife, sagt der Herr neben mir: „Entschuldigung, aber das ist meine!“ Es ist John Steinbeck. In der Badewanne daneben planscht John Dos Passos, als ein Mann, mit nichts als einem Frotteehandtuch bekleidet, eintritt und sich räkelt: Ernest Hemingway.“ Die Szene ist vermutlich nur gut erfunden. Tatsächlich aber hätte sie zwischen 1945 bis 1948 so oder ähnlich in einem der beinahe monströsen Gräflich-von-Faber-Castell’schen Bäder von Schloß Stein bei Nürnberg stattfinden können.

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