Lichtenauer Zuckerbäcker

Lichtenau im Tal der fränkischen Rezat wird wegen seiner Burg auch „Klein-Nürnberg“ genannt. Dort hat der Heimatverein das Rezept für ein historisches Weihnachtsgebäck, den Lichtenauer Zucker, wiederentdeckt.

Es ist ein uralter Brauch der Lichtenauer: Zur Weihnachtszeit schenken die Paten den Kindern eine reich verzierte Figur aus rötlichem Zuckerteig, aufwendig mit Guß bemalt und mit Oblaten-Bildchen beklebt. Um pädagogische Feinheiten machte man sich Anfang des 19. Jahrhunderts noch keine Gedanken. Die Rollen waren klar verteilt: Die Jungen fanden auf dem Gabentisch einen aus Zuckerteig gebackenen reitenden Soldaten mit Schwert. Die Mädchen eine Spinnerin, die sie daran erinnern sollte, fleißig an der eigenen Aussteuer zu arbeiten. Die älteste Aufzeichnung über dieses Gebäck enthält eine Chronik aus dem Jahr 1837. Darin lobt der in Wunsiedel geborene Kirchenlieddichter Heinrich Holzschuher einen Lichtenauer Bäcker: „In gewerblicher Hinsicht liefert Herr Weidner in der Weihnachtszeit ein ganz vortreffliches Zuckergebäck, welches wegen seiner Seltenheit und Wohlfeile bedeutenden Absatz in entfernten Städten und Gegenden fi ndet.“ Die alten Ausstechformen für die großen Gebäckstücke wurden vermutlich vom örtlichen Schmied angefertigt, eine davon datierte eine Expertin sogar auf das 18. Jahrhundert.

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